Agenten-skandal vor fck-ksc: lieberknecht schickt spion weg

Kurz vor dem explosiven Derby am Betzenberg hat der 1. FC Kaiserslautern einen ungebetenen Spion enttarnt. Ein Mitarbeiter bot Trainer Torsten Lieberknecht interne Daten vom Karlsruher SC an – und der FCK-Coach reagiert mit deutlichen Worten.

„Ich habe ihn zusammengefaltet“

Lieberknecht bestätigte am Freitag den Vorwurf von KSC-Coach Christian Eichner, dass ein Lauterer Informant beim Training der Badener gesichtet wurde. „Dieser Mitarbeiter wollte mir Infos aus dem inneren Zirkel des Gegners verkaufen. Das ist hochgradig asozial“, sagte der 48-Jährige. Konsequenz: „Er braucht nie wieder zu mir zu kommen.“ Die Szene entstand bereits vor Wochen, doch jetzt, 48 Stunden vor dem Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn (Sonntag, 13.30 Uhr), schwappt der Eklat in die Öffentlichkeit.

Der Zwischenfall belebt alte Rivalitäten. Beim Hinspiel in Karlsruhe hatte der FCK in der 93. Minute noch das 3:2 erzielt; danach flogen die Fäuste zwischen den Fanlagern. Die Polizei rechnet erneut mit Hochspannung: 48.205 Tickets sind bereits weg, der Gästeblock restlos verknüpft.

Der betzenberg erwartet ein fegefeuer

Der betzenberg erwartet ein fegefeuer

Beide Vereine trennen nur ein Punkt – Platz sieben gegen Platz acht. Für Lieberknecht ist das Duell „ein Sechs-Punkte-Spiel im Kampf um die Aufstiegszone“. Eichner warnt vor „einem typischen Betzenberg-Kessel, in dem die Emotionen kochen“. Der KSC will die letzte Minute vom November vergessen machen, als Marlon Ritter das FCK-Herz wieder zum Klopfen brachte. „Dieses Mal verteidigen wir bis zum Abpfiff“, schwor Kapitän Fabian Schleusener.

Die Statistik spricht für Lautern: 25 Siege in 68 Derbys stehen 16 Karlsruher Erfolgen gegenüber. Doch Zahlen verblassen, wenn am Sonntag der Pfälzer Wald aus roten und weißen Fahnen wogt. Dann zählt nur noch, wer den Nervenkrieg übersteht – und wer sich von einem Spion hätte blenden lassen.