Herzog zurück an der wm: orf holt us-legende für 2026
Er schoss Österreich 1997 ins WM-Trikot, nun packt Andreas Herzog das Mikro. Der Rekordnationalspieler zieht als ORF-Experte durch die Stadien der USA – und wird damit zum ersten Österreicher, der als Spieler und Kommentator dieselbe WM-Region bespielt.
Live von der westküste
Die Entscheidung fiel während des Testspiels gegen Südkorea, doch die Vorbereitung lief schon länger. Sky Österreich stellt seinen Bundesliga-Primus für vier Wochen frei, ORF-Chefin Ingrid Thurnher sichert sich exklusiv die Dienste des Mannes, der 103 Mal für das Nationalteam auflief. „Die ganze Zeit vor Ort“, betont Thurnher – ein Verweis auf Herzogs US-Vergangenheit bei den Los Angeles Galaxy und seine Jahre als Co-Trainer der amerikanischen Nationalelf. Pariasek liefert das Seitenpräparations-Gespann, Prohaska bleibt das strategische Schwergewicht im Studio.
Die Ablöse? Symbolisch. Herzogs einzige Bedingung: keine Wiederholung der legendären „Zeh“-Geste, mit der er 1997 das Tor zum 1:0 gegen Israel erzielte und damit das Ticket für Frankreich löste. Ironie der Geschichte: Sein letztes WM-Tor datiert ebenfalls aus jenem Jahr. Seitdem hat kein Österreicher mehr auf der größten Bühne getroffen.

Sky und orf – ein stiller deal
Hinter den Kulissen verzichtet der Pay-TV-Sender auf ein Konkurrenzverbot. Quelle aus dem Verhandlungszirkel: „Sky spielt langfristig. Eine WM-Präsenz in den USA bringt Andreas Sichtbarkeit, die wir später zurückkaufen.“ Herzog selbst sieht keinen Bruch: „Ich erkläre Taktik, egal ob Bundesliga oder WM. Nur der Adrenalinspiegel ist anders.“
Die Sendeorte stehen noch nicht fest, doch mit Herzogs Netzwerk dürfte das ORF-Team aus improvisierten Studiozelten in Seattle, Santa Clara und Kansas City berichten. Die Technik liefert der ORF-Partner IMG, die Stories liefert Herzog – vom College-Football-Stadion in Pasadena bis zur U-Bahn-Haltestelle, an der er 1998 nach dem 2:1 gegen die USA die U-Bahn verpasste.
Für die Zuschauer bedeutet das: kein aufgeheizter Studiozirkel, sondern ein Mann mit Kopfhörer, der die Umkleidekabinen kennt und die Seitenlinie als ehemaliger Co-Kommentator von Jürgen Klinsmann. Die Quote? 2018 schalteten durchschnittlich 1,2 Millionen ein. Mit Herzog und der US-Nostalgie dürfte der ORF leicht die 1,5-Millionen-Marke knacken. Die Werbebucher sind bereits voll, die Social-Media-Clips im Kasten.
Die Message ist klar: Österreich hat zwar keine Mannschaft dabei, aber eine Stimme – und die kommt aus erster Hand. Wenn in zwei Jahren wieder ein Herzog den Ton angibt, ist das kein Zufall, sondern Programm.
