Hermannsson fehlt gegen aek – albas k.o.-spiel ohne seinen general
Der Gips ist noch dran, der Daumen noch gebrochen. Martin Hermannsson wird am Mittwoch (19 Uhr, Dyn) gegen AEK Athen nicht auflaufen, und das ist mehr als ein Personalproblem für Alba Berlin. Es ist ein Schlag ins Kontor, kurz vor dem Viertelfinale der Basketball Champions League.
Die Griechen sind ungeschlagen, Alba muss mit neun Punkten Differenz gewinnen, um Gruppensieger zu werden – und damit das Heimrecht im Play-off-Finale im April zu sichern. Genau diesen Heimvorteil hatte sich Hermannsson schon im Februar ausgerechnet, als er sich den rechten Daumen brach. Sein Comeback sollte dieses Spiel sein. Jetzt heißt es: Plan zurück, Neustart in drei Wochen.
Die vernünftige entscheidung, die weh tut
„Der Gips kommt am Donnerstag runter, dann wird geröntgt“, sagt der Isländer mit dem Blick eines Mannes, der lieber heute als morgen wieder durchs Bande fliegen würde. „Mein Körper fühlt sich super an, ich habe mehr trainiert als die Jungs.“ Nur der Daumen macht nicht mit. Sechs Wochen sind Minimum, und Minimum reicht eben nicht, wenn die Saison auf der Kippe steht.
Hermannsson schaut aufs Tablet, da steht 80:88 – das Hinspiel. Neun Punkte, das wären drei erfolgreiche Dreier mehr, ein paar verwandelte Freiwürfe, ein zusätzlicher Ball, den er in der Hand hält. Doch die Hand ist es gerade nicht. „Das Timing ist denkbar blöd“, sagt er und lacht nicht. Denn er weiß: Spielt er zu frau, fliegt er länger raus. Und April ist kurz vor der Tür.

Pokaltraum geplatzt – viertelfinale wird zur mission
Er hätte gern den Pokal geholt, wie 2018, als seine Medaille zerbrach und er sie sich flicken ließ. Diesmal zerbrach etwas anderes: das Finale gegen Bamberg, knapp verloren, ohne ihn. „Die Jungs haben sich ohne mich sehr gut um die Champions League gekümmert“, sagt er. Nun ist die Liga seine Champions League. Anfang April steht das Viertelfinale an. Da will er dabei sein. Mit oder ohne Gips – aber lieber ohne.
Alba muss also erst einmal ohne seinen General auskommen. Die jungen Guards bekommen ein Stück weit die Karten für die Geschichtsstunde übergeben. Gewinnen sie, haben sie sich selbst und Hermannsson ein Ticket für das Heimspiel im April gesichert. Verlieren sie, fliegt der Gips trotzdem runter – aber die Saison wird lauter, schwieriger, länger. Und der Daumen wird nicht der einzige sein, der noch schmerzt.
