Heidenheim stürzt ab, schmidt wirft das wort „eigentlich“ in den müll

Nur drei Punkte aus zwölf Spielen, kein Sieg seit 2024 – der 1. FC Heidenheim rast mit Tempo 180 Richtung Zweite Liga. Doch Trainer Frank Schmidt will das Wort „eigentlich“ nicht mehr hören. Für ihn ist es ein „Mülleimer-Wort“, das nur beschönigt, was schieflief.

1500 Fans reisen mit – und der coach sagt danke

Am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) geht es nach Frankfurt. Rund 1500 Heidenheimer werden die Mannschaft begleiten. Schmidt hat sich schon vorab bei ihnen bedankt – nicht aus Höflichkeit, sondern aus Überzeugung. „Die Mannschaft ist ein Spiegelbild des Trainers“, sagt er. Und dieser Spiegel zeigt Risse.

Der Kader ist dezimiert: Leonidas Stergiou fällt weiter aus, Tim Siersleben und Christian Conteh sind krank. Doch Schmidt redet nicht über „Pech“. Er redet über Anstand. „Jeder ist für sich verantwortlich. Wir müssen dem Wettbewerb Respekt zollen, egal wie die Tabelle aussieht.“

„Eigentlich“ ist für schmidt ein signal der schwäche

„Eigentlich“ ist für schmidt ein signal der schwäche

Gegen Hoffenheim zeigte seine Elf „ansprechende Phasen“. Doch er hasst das Wort „eigentlich“. „Das heißt, man hat es nicht gut gemacht“, sagt er. Fehler seien „nicht zu tolerieren“ und hätten ihn „wütend gemacht“. Diese Wut hat er in der Kabine weitergegeben. Kein Spieler wurde verschont.

Die Kurve der Leistung zeigt nach unten, aber Schmidt will nicht jammern. „Wir müssen einfach mal wieder ein Spiel gewinnen“, sagt er knapp. Frankfurt ist die nächste Chance. Und wenn es nur für die 1500 mitgereisten Fans ist, die ihn nach dem Hoffenheim-Spiel trotz Pleite gefeiert haben.

Die Liebe der Fans ist ungebrochen. Schmidt unterscheidet zwischen denen, die dabei waren, als niemand sah, und denen, die erst aufsprangen, als der Erfolg kam. Kritik von Letzteren lässt er ab. „Ich bin der Trainer, ich habe sehr wohl etwas damit zu tun.“ Er nimmt die Schuld, er nimmt die Wut – und er nimmt die Chancen, die noch kommen. Neun Spiele sind es noch. Neun Mal kann er beweisen, dass „eigentlich“ kein Wort in seiner Liga ist.