Hc thurgau schlägt doppelt zu: deussen und kauth fix, hollenstein raus
Zwei Tage nach dem Playoff-Aus feuert der HC Thurgau die nächste Wechselwelle: Luca Deussen und Timo Kauth unterschreiben sofort, Fabio Hollenstein muss nach sieben Jahren gehen. Die Botschaft ist klar – der Klub rüstet für den Angriff auf die Spitzengruppe.
Deussen kehrt dauerhaft zurück
Deussen war in Frauenfeld nie wirklich weg. Drei Leihgeschäfte, vier Playoff-Einsätze in dieser Saison, 67 National-League-Spiele für Kloten – genug Erfahrungswerte, um die Thurgauer Defensive neu zu vermessen. Trainer Stephan Mair kennt den 25-Jährigen aus gemeinsamen Junioren-Zeiten, schätzt sein Passspiel und die Ruhe beim Aufbau. Jetzt bekommt er ihn ganz. Vertrag bis 2026, Option inklusive.
Die Statistik dahinter: Deussen sammelte in den vergangenen drei Jahren nur 14 Strafminuten in 45 Spielen für den HCT – ein Wert, den man in der schnellsten Liga der Schweiz nicht für lau bekommt. Die sportliche Leitung lobt sein „Antizipationsvermögen unter Druck“, ein Kürzel für: Er liest Gegenstösse wie ein E-Book.

Kauth soll den sprung wagen
Timo Kauth dagegen ist das langfristige Projekt. Fünf Spiele, ein Assist – das klingt nach Sparflamme, war aber Teil eines durchdachten Plans. In Frauenfeld durfte der 22-jährige Center regelmässig ran, 38 Punkte in 38 Partien, Gesicht der Aufstiegsmission. Nun soll er diese Selbstsicherheit ins Frauenfeld der Schweizer Liga mitbringen – sprich: ins Stimmvolle Gübsental.
Intern heisst es, Kauth habe in den vergangenen Wochen fünf Kilo Muskelmasse zugelegt und seine Sprintwerte um 0,3 Sekunden verbessert. Für einen Center, der zwischen den Reihen rotiert, ist das der Unterschied zwischen Check-and-Change und Dauerläufer.

Hollenstein muss gehen – ein schnitt mit symbolik
Fabio Hollenstein verkörpert die alte Garde. 345 Einsätze, zwei Aufstiege, einmal Playoff-Viertelfinale – und trotzdem kein neues Angebot. Die Vereinsführung bedankt sich in einer knappen Zeile für „jeweiligen Einsatz und Loyalität“. Kein Abschiedsspiel, kein offizielles Foto, kein „Danke-Fest“. Kalte Realität statt warme Worte.
Hollenstein selbst reagiert auf Anfrage nur per Sprachnachricht: „Sie wollen jünger, schneller, flexibler. Ich bin 29, nicht 39. Aber so läuft das Geschäft.“ Welche Klube ihn buchen wird, steht offen. Ein Liga-Konkurrent aus dem Westschweizer Mittelfeld soll bereits Interesse signalisiert haben.

Was die zahlen sagen
Der HCT reduziert das Durchschnittsalter seines Kaders um 1,8 Jahre. Mit Deussen und Kauth rutschen zwei Spieler rein, die in der Länderspielpause auch mal für das Schweizer A-Nationalteam trainieren dürfen – ein Kriterium, das Sportchef Andy Ruf vergangene Woche erst ins Spiel brachte. Budgetseitig spart der Klub durch den Verzicht auf Hollenstein rund 120 000 Franken Saisonlohn – Geld, das wieder in die Nachwuchsakademie fliesst.
Die Message an die Liga: Der HC Thurgau will nicht mehr nur dabei sein, er will angreifen. Die Fans reagierten auf Social Media gemischt: Die einen feiern Deussen als „Heimkehrer mit Weitblick“, die anderen fragen, ob ein erfahrener Abräumer wie Hollenstein wirklich ersetzbar ist. Die Antwort kommt im September – wenn die Scheiben wieder durch die Luft flitzen und die Thurgauer jungen Wilden sich beweisen müssen.
Für Hollenstein tickt indes eine neue Uhr. Wohin die Reise geht, verrät er noch nicht. Nur so viel: „Ich habe noch keinen Abschluss in der Tasche, aber ich werde nicht einfach verschwinden.“ Die Liga ist gewarnt – und die Thurgauer auch.
