Hc lugano sichert sich verteidiger-dauerbrenner: dahlström bleibt bis 2028
Calle Dahlström zieht nicht weg. Der schwedische Abwehrchef verlängert vorzeitig bis 2028 – und das, obwohl sein Vertrag eigentlich noch bis Sommer 2026 lief. Die Meldung schlug am Dienstagabend im Tessin ein wie ein kleines Beben: Luganos sportliche Leitung handelt, statt zu warten.
Die +15-bilanz, die den klub überzeugte
Die Zahl steht in jeder Statistik, aber keiner redet drüber. +15. Mehr als jeder National-League-Kollege schreibt der 31-Jährige diese Saison schwarze Zahlen, obwohl sein Team zwischenzeitlich auf Play-off-Rang sieben rutschte. „Calle spielt die fehlerarme Saison seines Lebens“, sagt ein Scout des EV Zug, der sich lieber anonym äußert. „Er sieht langsamer aus als er ist, weil er zwei Schritte früher denkt.“
Genau diese Ruhe fehlte Lugano in den vergangenen Jahren. Seit dem Sommer 2024, als Dahlström vom Färjestad BK kam, kassierte der HCL durchschnittlich 0,4 Tore weniger pro Spiel mit ihm auf dem Eis. Ein Trend, der sich unter Coach Daniele Bresciani fortsetzt. Steinmann spricht deshalb von „Stabilität, die ansteckt“. Gemeint ist: Wer neben Dahlström spielt, verbessert sich automatisch.

Warum die verlängerung schon jetzt kommt
Intern galt ein Wechsel nach der laufenden Saison als möglich. Schweden-Berichten zufolge hatte Färjestad Interesse an einem Leih-Comeback gezeigt, auch die NHL-Scouts lauerten. Lugano reagierte mit dem Knüppel-Daumen-Prinzip: Wer früh bindet, verhindert Gerüchte. „Wir wollten kein Fragezeichen über seiner Kabinennummer“, sagt Steinmann. Die Ablöse für eine vorzeitige Freigabe hätte zwar die Kasse füllen können, doch der Sportchef setzt auf Kontinuität statt Kurzfristgewinn.
Für Dahlström selbst war die Entscheidung offenbar kurz: „Ich fühle mich wohl, meine Familie auch. Und ich hasse Umzugskartons“, sagt er lachend im Kurzinterview mit „Radiotelevisione svizzera“. Dahinter steckt mehr. Der Vertrag soll sich laut Vereinsinformationen automatisch um weitere 250.000 Franken pro Saison erhöhen – eine Summe, die in der NL nur Top-Verteidiger erreichen.

Wie lugano nun den kader umbaut
Mit Dahlström als Fixpunkt kann Steinmann planen. Die Leihgabe von Jani Hakanpää läuft aus, Justin Faulk wird nur bei einem Playoff-Sturm aus St. Louis verlängert. Die Budget-Lücke entlastet die Gehaltsbandbreite für einen neuen Import-Stürmer. Gesprächen zufolge soll Markus Granlund aus Milwaukee (AHL) im Visier stehen. Die Personalie dürfte in den nächsten Wochen konkreter werden.
Bis dahin dominiert eine andere Zahl die Gemüter: 15. Plus fünfzehn. Kein Lugano-Verteidiger jemals schaffte nach 30 Spielen einen besseren Wert. „Wenn wir hinten dicht machen, kann vorne jeder mal einen Haken schlagen“, sagt Stürmer Dario Simion. Dahinter steckt der Verdacht: Ohne Dahlström wäre Lugano längst Tabellenletzter. Mit ihm bleibt der Traum von der Meisterschaft 2027 am Leben.
Die Verlängerung ist also mehr als ein Vertragsflicken. Sie ist ein Signal an die Liga: Lugano baut nicht ab – es baut um. Und zwar mit einem Schweden, der sich in der Cornèr Arena so heimisch fühlt, dass er sogar seine Sommerferien am Luganer See verbringt. Wenn das kein Commitment ist.
