Kellermann verlässt wolfsburg und katapultiert bvb-frauen in die bundesliga

Ralf Kellermann wechselt im Sommer von Wolfsburg nach Dortmund. Der Architekt des VfL-Imperiums übernimmt beim BVB die sportliche Leitung der Frauen – und hat einen Dreijahresvertrag bis 2029 unterschrieben.

Der meister-stratege startet beim aufsteiger durch

Der meister-stratege startet beim aufsteiger durch

20 Titel in 16 Jahren. Ein Triple 2013. Kein deutscher Klub dominierte den Frauenfußball länger als Wolfsburg unter Kellermann. Nun will der 57-Jährige das Projekt BVB-Frauen vom dritten Ligisten zur Bundesliga-Spitze hieven. „Mit Ralf Kellermann gewinnen wir einen absoluten Fachmann“, sagt Geschäftsführer Carsten Cramer. Die Botschaft ist klar: Dortmund will nicht mehr nur mitspielen, Dortmund will gewinnen.

Die Zahlen sprechen für sich. Seit 2021 betreibt der Klub eine eigene Frauenabteilung, doch die Regionalliga West ist nur die Vorstufe. Die Lizenz für die 1. Bundesliga liegt bereits bereit, das Trainingszentrum am grünen Weiher wartet auf Betrieb. Jetzt fehlte nur noch der Kopf – und der steht fest. Kellermanns Ruf reicht weit über Deutschland hinaus. Unter seiner Führung avancierte Wolfsburg zur Champions-League-Dauergast und schleuderte Talente wie Pernille Harder oder Alexandra Popp auf die Weltbühne.

Ironie des Fußballs: Popp überlegt aktuell öffentlich, ob sie dem Idol nach Dortmund folgt. Die 33-jährige Nationalstürmerin steht bei Wolfsburg noch unter Vertrag, doch ihre Aussage „Ich kann mir vieles vorstellen“ lässt die Gerüchteküche brodeln. Ein Wechsel wäre der erste Paukenschlag der neuen Ära – und gleichzeitig ein Signal an die Liga: Der BVB meint es ernst.

Kellermann selbst kündigte seinen Abschied aus Niedersachsen bereits im Februar an. „Ich brauche wieder Pulsschlag“, sagte er damals. In Dortmund bekommt er ihn. Die Fans sind bereit, die Infrastruktur steht, das Budget ist laut internen Papieren seit Januar verzehnfacht worden. Die einzige Frage war: Wer lenkt das Schiff? Nun ist sie beantwortet. Die Countdown-Uhr läuft.

Am 1. Juli übernimmt er offiziell. Dann beginnt die heiße Phase. Qualifikation zur 2. Bundesliga, Kaderplanung, Sponsorengespräche – all das liegt auf seinem Schreibtisch. Wer mit Kellermann arbeitet, weiß: Er schläft nicht, bevor die Liste abgehakt ist. Die Liga hat gewarnt. Die Schwarz-Gelben kommen – und diesmal sind sie nicht allein.