Kellermann wechselt von wolfsburg zu dortmund – bvb-frauen bekommen machttransfer

Ralf Kellermann verlässt den VfL Wolfsburg nach 18 Jahren – und bringt den BVB-Frauen die DNA des Rekordmeisters mit. Sommer 2026, Starttermin seines Dreijahresvertrags.

Ein trainer, der titel nicht zählt, sondern sammelt

Zwischen 2013 und 2022 baute Kellermann in Wolfsburg ein Frauen-Team, das sieben Mal die Bundesliga gewann, den DFB-Pokal acht Mal holte und 2023 das Triple perfekt machte. Kein Wunder, dass Dortmund seit Monaten mit heimlichen Fühlern an der Aasee kramte. Der Klub braucht einen Architekten, nicht einen Verwalter. Genau den bekommt er.

Die Zahlen sind schmerzhaft für Schwarz-Gelb: In der laufenden Saison liegen die BVB-Frauen auf Platz acht, 18 Punkte hinter dem Spitzenquartett. Die Lizenz für die Champions League ist seit Wochen nur noch theoretisch. Kellermanns Mission lautet: Umbruch mit Handlungsdruck. Er bekommt sportliche Kompetenz von A bis Z – Transferbudget, Nachwuchsplanung, Trainingsstandards. Keine halben Sachen, sondern Vollmacht.

Intern heißt es, Dortmund wolle „Wolfsburger Verhältnisse“ schaffen: Profistützpunkt, medizinische Hochleistungsabteilung, Analytics-Team. Geplant ist ein Budgetsprung um 40 Prozent, finanziert über neue Sponsoren und Erlöse aus der künftigen Champions-League-Teilnahme. Ob das klappt, hängt nun von einem einzigen Mann ab.

Warum kellermanns uhr erst jetzt tickt

Warum kellermanns uhr erst jetzt tickt

Die Entscheidung fiel Ende Februar, als er seinen Abschied aus Wolfsburg erklärte. „Noch einmal eine neue Herausforderung“, sagte er damals – und meinte nicht irgendeinen Klub, sondern einen Traditionsverein, der im Frauenfußball neu konstruiert werden muss. Die Verhandlungen liefen parallel, das Handtuch war halb in der Tasche, bevor der BVB offiziell zuschlug.

Für Dortmund ist der Coup ein Statement. Mit Kellermann holt sich der Verein nicht nur einen Gewinner, sondern auch einen Netzwerker. Er kennt jeden Agenten, jeden Talentscout, jede Spielerin, die in Deutschland Europapokal luftet. Das könnte sich innerhalb von zwei Transferperioden auszahlen.

Die Fans reagieren zwiegespalten. Die einen feiern den Zugewinn, die anderen fragen, warum der BVB nicht schon 2020 auf Frauenfußball gesetzt hat, als Wolfsburg den Standard setzte. Die Antwort lautet: Geld und Geduld. Beides steht nun bereit.

Kellermann selbst bleibt bis Sommer 2026 noch bei den Wölfinnen – ein halbes Jahr, um seine Nachfolge zu regeln. Dann zieht er an die Ruhr, wo bereits ein neues Kapitel wartet. Für Dortmund ist das kein Neuanfang, sondern ein Schnellschuss. Die Uhr läuft – und sie tickt laut.