Hazard warnt: vinícius könnte wegen rassismus mit 30 aufhören

Eden Hazard schlägt Alarm. Der Ex-Real-Star fürchtet, dass Vinícius Júnior den Racismushass in Spanien nicht mehr lange erträgt – und mit 30 die Fußballschuhe an den Nagel hängt.

Der Belgier kennt den Brasilianer gut. Vier Jahre standen sie bei Real Madrid gemeinsam auf dem Rasen, 54 Partien absolvierte Hazard als Teamkollege von Vinícius. Im belgischen Fernsehen RTBF spricht der 35-Jährige offen: „Er hat vor jedem Spiel so viel im Kopf, dass ich denke: Armer Kerl. Er weiß, was ihn erwartet.“

Was ihn erwartet, sind keine flüchtigen Pfeifkonzerte. Es sind rassistische Beleidigungen, die sich seit 2018, seit seinem Wechsel von Flamengo nach Madrid, wie ein roter Faden durch seine Karriere ziehen. Zuletzt soll ihn Benfica-Legionär Gianluca Prestianni in den Champions-League-Playoffs rassistisch attackiert haben. Der Argentinier bestreitet, erhielt trotzdem eine Ein-Spiel-Sperre.

Vinícius schon vor zwei jahren in tränen ausgebrochen

Vinícius schon vor zwei jahren in tränen ausgebrochen

Die Last ist spürbar. Schon 2022 brach der 25-Jährige bei einer Pressekonferenz in Tränen aus. „Ich habe weniger Lust zu spielen“, gestand er damals. Hazard bestätigt: „Die Leute reden mehr über das, was er erlebt, als über das, was er leistet. Das nagt.“

Hazard lobt zwar Vinícius’ mentale Stärke, sieht aber Grenzen. „Ich würde mich nicht wundern, wenn er mit 30 sagt: Ich bin raus. Weil sich nichts ändert.“ Die Disziplinarmaßnahmen der Verbände sieht der Belgier als halbherzig. „Am Ende passiert fast nie etwas.“

Sein Appell an den Superstar: „Spiele so, wie du willst. Hab Spaß.“ Doch der Spaß kommt offensichtlich kurz. Die Statistik ist vernichtend: In fast jedem zweiten Auswärtsspiel wird Vinícius laut spanischen Medien rassistisch beschimpft. Die Liga-Behörde LaLiga eröffnete seit 2022 elf Ermittlungsverfahren – nur zwei endeten mit Urteilen.

Der brasilianische Verband hat bereits signalisiert, man werde Vinícius bei „anhaltender Inaktion“ der UEFA-Kontrollinstanzen aus der Champions League abmelden. Ein Präzedenzfall wäre das. Und ein Einschnitt für den europäischen Klubfußball.

Hazard ist nicht der erste, der warnt. Lionel Messi, Neymar, Casemiro – sie alle haben sich in den vergangenen Monaten solidarisch gezeigt. Doch Solidarität reicht nicht, wenn die nächste Beleidigung nur 90 Minuten entfernt ist.

Vinícius selbst schweigt derzeit. Er trainiert, trifft, tanzt – und bekommt trotzdem keine Pause. Hazard kennt das Gefühl: „Wenn du nur noch daran denkst, was hinterher wieder kommt, kannst du nicht frei spielen.“

Die Uhr tickt. Wenn sich bis 2026 keine signifikante Verschärfung der Strafen zeigt, könnte Vinícius Júnior tatsächlich der erste Galáctico sein, der den Sport nicht wegen Verletzungen, sondern wegen Hass verlässt. Dann wäre Hazards düstere Prognose Realität – und der Fußball stünde am Ende nicht nur ohne einen seiner brillantesten Flügelspieler da, sondern auch mit einem neuen, beschämenden Rekord.