Hannes steinbach ballert sich in nba-range – march madness guckt nur zu

18,5 Punkte, 11,8 Boards, 57,7 % Feldwurfquote – und trotzdem heißt es für Hannes Steinbach: Zuhause bleiben. Die Washington Huskies verpassten die NCAA-Qualifikation, weil sie in der Big Ten nur sieben von 20 Spielen gewannen und auf Platz 13 landeten. Der 19-jährige Würzburger ist damit der beste deutsche Spieler, der nicht in die March Madness einzieht.

Die zahlen lügen nicht – das team schon

Scouts reden bereits von einem Lotto-Pick, wenn Steinbach sich 2026 deklariert. Sein Handle ist schneller als die meisten 2,06-Meter-Typen, seine Hands arbeiten wie Magnete, und die 34 % vom Dreier sind für einen Big eine Drohung. Doch Basketball ist kein Tennismatch. Die Huskies versenkten sich mit der schwächsten Defense der Conference – 76,4 Punkte kassiert – und kassierten neun Niederlagen mit zweistelligem Abstand. „Wir haben Hannes‘ Talent nicht entfalten können“, sagte Coach Danny Sprinkle nach dem 68:84 gegen Minnesota, das endgültig die Tür zum Turnier zuschlug.

Die Ironie: Die Big Ten schickt neun Teams nach Texas, nur nicht das mit dem deutschen Superfreshman. Ein Conference-Offizieller bestätigte off the record, dass Washingtons 2-12-Bilanz gegen Top-50-Teams das Fass zum Überlaufen brachte. „At-large? Da musst du schon im Februar Siege gegen Purdue oder Michigan State sammeln“, sagt er. Die Huskies verloren beide Partien mit 20-plus.

Nach dem schock folgt die frage: stay or go?

Nach dem schock folgt die frage: stay or go?

Steinbachs Kreis ist klein: Vater Michael, ein ehemaliger Bundesliga-Center, Agent Bodo Dünkel und ein NCAA-verliebter Mentalcoach. In den nächsten zehn Tagen entscheidet sich, ob er die Draft-Deklaration unterschreibt. Die NIL-Kasse quillt: Adidas und ein Münchner Getränkehersteller sollen bereits sechsstellige Deals offeriert haben. Bleibt er, droht ein zweites Jahr ohne March Madness – dafür ein fetter NIL-Check und die Chance, mit Sprinkle ein neues Team um sich zu bauen.

Scouts sind zwiegespalten. „Er kann sich noch einen Tick als Stretch-Five verbessern, aber sein Körper ist NBA-reif“, sagt ein East-Coast-Scout. „Wenn er nächstes Jahr top fünf landet, verdient er 12 Millionen garantiert. Jetzt eher 8 – Spielgeld für ihn.“

Die Uhr tickt. Am 29. April endet die Rückzugsfrist. Steinbach selbst schwieg nach dem Saisonfinale, postete nur ein Schwarz-Weiß-Foto aus der Locker Room: „Unfinished Business“ stand darunter. Gemeint ist wohl nicht die Uni – sondern der Sprung in die große Show, mit oder ohne March Madness auf dem Lebenslauf.