Hanfmann verpasst dritten atp-titel in folge – wieder sand, wieder pech
Santiago de Chile, 2. März 2026. Yannick Hanfmann steht mal wieder mit leeren Händen da. Zum dritten Mal in seiner Karriere hat der Karlsruher ein ATP-Finale erreicht – und zum dritten Mal ist er ohne Trophäe nach Hause gefahren. Diesmal verlor er gegen den Italiener Luciano Darderi mit 6:7 (6:8), 5:7. Knapp. Bitter. Und irgendwie vertraut.
Der fluch des sandplatzes
Es ist ein seltsames Muster, das sich durch Hanfmanns Karriere zieht. 2017 in Gstaad, 2020 in Kitzbühel, jetzt Santiago – stets auf seinem erklärten Lieblingsbelag Sand, stets im Finale, stets ohne Sieg. Wer dreimal so nah dran ist, ohne es zu schaffen, den verfolgt das Thema wie ein Schatten. Mit 34 Jahren weiß Hanfmann selbst, dass die Chancen auf einen ersten Titel nicht mehr zahlreicher werden.
Dabei war die Woche in der chilenischen Hauptstadt alles andere als eine Enttäuschung. Im Halbfinale hatte er Francisco Cerúndolo geschlagen – den topgesetzten Argentinier, auf dessen eigenem Kontinent, in der Höhe Südamerikas. Das war kein Zufallsergebnis. Das war Leistung.

Darderi macht das, was darderi immer macht
Gegen Darderi lief es lange auf Augenhöhe. Hanfmann gewann im zweiten Satz früh ein Break – sah kurz aus, als könnte er den Tiebreak-Verlust des ersten Satzes wettmachen. Doch dann kam das, womit man bei Darderi rechnen muss: acht Punkte in Serie, Break-Ausgleich, und beim Stand von 5:6 das entscheidende Break zum Matchgewinn. Kalt, effizient, abgeklärt.
Der Grund liegt in einer Zahl: Das war bereits Darderis fünfter Sandplatztitel seit 2024. Kein Spieler auf der gesamten Tour hat in diesem Zeitraum mehr Titel auf Sand gewonnen. Hanfmann traf also nicht irgendjemanden – er traf den Mann, der gerade der beste Sandplatzspieler der Welt ist, wenn man nach reinen Titeln geht. Und ausgerechnet gegen diesen Darderi hatte Hanfmann schon 2023 und 2024 in Córdoba verloren. Dreimal der gleiche Gegner, dreimal das gleiche Ergebnis.

Was trotzdem bleibt: punkte, preisgeld, aufwärtstrend
Hanfmann nimmt 62.115 Dollar Preisgeld und 165 Ranking-Punkte mit nach Hause. Sein Weltranglistenplatz springt von 81 auf 65 – das ist kein Trost, aber es ist Substanz. Karriere funktioniert nicht nur über Titel.
Weiter geht es für ihn beim Masters in Indian Wells, Kalifornien. Hartplatz. Ein anderes Spiel, ein anderer Hanfmann. Allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Für das Hauptfeld hat es knapp nicht gereicht, er muss durch die Qualifikation. Ausgerechnet nach einer seiner besten Wochen des Jahres.
Hanfmann bleibt der beste deutsche Tennisspieler ohne ATP-Titel – und das ist eine Aussage, die wehtut, egal wie man sie dreht.
