Handball-streit geht weiter: gislason und ex-stars liefern sich heftigen schlagabtausch

Eskalation nach der em: gislason attackiert, kraus kontert

Der öffentliche Streit zwischen Bundestrainer Alfred Gislason und den ehemaligen Handballnationalspielern Michael Kraus, Stefan Kretzschmar und Pascal Hens nimmt weiter Fahrt auf. Nach der Europameisterschaft, die Deutschland mit der Silbermedaille beendete, fällt erneut deutliche Kritik beider Seiten aus. Gislason hatte das Trio als Selbstdarsteller bezeichnet, nachdem sie während des Turniers kritische Äußerungen zum deutschen Spiel gemacht hatten.

Kraus

Kraus' scharfe antwort: „wir lassen uns den mund nicht verbieten“

Michael Kraus wies die Vorwürfe im Podcast „Harzblut“ entschieden zurück: „Wir sind alle die größten Fans der Nationalmannschaft, werden uns aber mal ganz klar nicht den Mund verbieten lassen. Und wenn Scheiß-Spiele stattfinden, dann werden wir auch weiterhin kritisieren.“ Er betonte, dass sie die Finger in die Wunde legten und Gislasons Reaktion nach dem Silbermedaillengewinn verständlich sei, aber nicht entschuldigend.

„Nicht allzu viel ahnung“ – gislasons kritik am podcast

Alfred Gislason hatte zuvor erklärt, dass die Podcaster „nicht allzu viel Ahnung“ hätten und Selbstdarsteller seien. Diese Aussage löste bei Kraus und seinen Kollegen offenes Gelächter aus. Kraus konterte mit Verweis auf ihre eigenen Erfolge: „Champions-League-Sieger, Weltmeister, Europameister, deutscher Meister – und das alles auf zentralen Positionen. Da ist schon ein bisschen taktisches Verständnis da.“

Kretzschmar: „was willste jetzt machen? eine puppe hinsetzen?“

Auch Stefan Kretzschmar nahm die Kritik auf die Schippe: „Was willste jetzt machen? Wir können ja alle hier ne Puppe hinsetzen und aus dem Off sprechen, dass wir es vielleicht pantomimisch angehen.“ Er berichtete zudem von Telefonaten mit Gislason während der EM, bei denen dieser den Podcast „Harzblut“ nie gehört habe.

Hens versucht, die wogen zu glätten

Pascal Hens zeigte sich versöhnlicher: „Dann ganz ehrlich: Mein Respekt vor dem Menschen Alfred Gislason ist dafür zu groß.“ Er räumte ein, dass seine Generation selbst oft kritisiert worden sei und dass Gislasons Aussagen teilweise persönlich geworden seien, was er aber nicht auf seine Kollegen übertragen wolle. Er betonte, dass sie lediglich das analysiert hätten, was sie gesehen hatten.

Der dhb schweigt – eskalation vorprogrammiert?

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat sich bisher nicht zu dem öffentlichen Streit geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob die Parteien versuchen werden, die Wogen zu glätten oder ob die Auseinandersetzung weiter eskaliert. Die Diskussion zeigt deutlich die unterschiedlichen Auffassungen über die richtige Art der Kritik und den Umgang mit ehemaligen Nationalspielern.