Handball-stars: spanien feilt an der dna neuer generation
Die spanische Frauen-Nationalmannschaft im Handball steht vor einer wichtigen Phase. Nach dem sicheren Gruppensieg für die Europameisterschaft konzentriert sich das Team nun darauf, die Spielphilosophie von Bundestrainer Joaquín Rocamora zu verfestigen. Es geht darum, eine neue Identität für die „Guerreras“ zu schaffen – und das vor den entscheidenden Spielen gegen Griechenland und Israel.
Fokus auf verbesserung, nicht auf neuheiten
Rocamora betonte, dass in den kommenden Partien keine neuen taktischen Konzepte eingeführt werden sollen. Stattdessen stehe die Verfeinerung der in der ersten Woche geleisteten Arbeit im Vordergrund. „Wir werden an den Dingen arbeiten, die wir in den Spielen gegen Österreich verbessern können. Die Spielerinnen, die in der ersten Nominierung fehlten, sollen die Grundlagen kennenlernen und wir werden uns auf die Details konzentrieren“, erklärte der Trainer gegenüber EFE.
Obwohl die Spiele gegen Griechenland (Mittwoch, 14:45 Uhr in Kozani) und Israel (Sonntag, 18:00 Uhr in Bolaños de Calatrava) gegen vermeintlich schwächere Gegner ausgetragen werden, sieht Rocamora darin eine Chance zur Selbstreflexion. „Wir sind unser eigener Spiegel. Die Gegner definieren uns nicht. Wir müssen unsere Leistung kritisch bewerten und uns kontinuierlich verbessern.“
Die ersten beiden Spiele gegen Österreich (24:29 in Wien und 34:24 in Algeciras) zeigten bereits das Verbesserungspotenzial des Teams. Rocamora lobte besonders die Entwicklung in der Abwehr, die er als Fundament für zukünftige Erfolge sieht. „Die Absicherung durch die Außenverteidigerin und die Orientierung der Innenblockspieler haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert“, so der Coach.

Neue gesichter im defensivbereich
Mit Carmen Arroyo, die nach einer kurzzeitigen Pause wieder in den Kader zurückkehrt, und Aitana Santomé, die ihr Debüt im Nationalteam geben wird, sollen die defensiven Strukturen weitergeschärft werden. Santomé, eine vielseitige Spielerin, soll primär im rechten Außenbereich eingesetzt werden, wobei ihr vor allem die Integration in das Defensivsystem gelingen soll. Rocamora hebt ihre Schnelligkeit und ihre Fähigkeit hervor, auch in großen Räumen effektiv zu verteidigen.
Auch Arroyo, eine erfahrene Spielerin, die Rocamora aus den Jugendnationalmannschaften kennt, soll im Abwehrzentrum oder als Spielmacher in offenen Systemen zum Einsatz kommen. „Carmen hat ein großes Potenzial und eine reife Persönlichkeit, trotz ihres jungen Alters“, so Rocamora.
Besondere Erwartungen ruhen auf Belén Rodríguez, einer 19-jährigen Ausnahmespielerin, die bereits bei der U20-Weltmeisterschaft in China und der U19-Europameisterschaft in Frankreich herausragende Leistungen gezeigt hat. Rocamora, der sie bereits in der Jugendnationalmannschaft betreute, beschreibt sie als „Spielerin totaler Klasse“, die sowohl im Eins-gegen-Eins als auch in der Doppelmannschaft Vorteile generieren kann. In dieser Trainingswoche soll sie vor allem im Zentrum und auf links eingesetzt werden.
Mit den kommenden Spielen gegen Griechenland und Israel will Spanien die Qualifikationsphase für die Europameisterschaft 2026 erfolgreich abschließen. Der Blick gilt dem Titel, und die „Guerreras“ wollen ihre neu gefundene Spielstärke unter Beweis stellen. Die Dominanz in der Abwehr und die Entfaltung des jungen Talents Belén Rodríguez könnten dabei entscheidende Faktoren sein.
