Handball-damen ziehen nach celje: jetzt muss das em-ticket her
Celje ist ein Pulverfass. 3.400 Sloweninnen wackeln mit ihrem Fächer, die deutsche Bank zählt 40 Fans. Markus Gaugisch flüstert seiner Emily Bölk die letzte Marschroute ins Ohr. Um 18 Uhr geht’s los, und wer jetzt noch fragt, warum man zwei Top-Spiele in fünf Tagen braucht, hat die K.o.-Logik der EM-Quali nicht verstanden: vier Punkte Vorsprung reichen nicht – sie müssen sechs werden.
Die deutsche abwehr hat ein slowenien-problem
Die Gegnerin trägt Maja Vojnovic auf dem Rücken, trägt aber vor allem die Torgefahr der Weltmeister von 2022. In den ersten beiden Quali-Partien schoss Slowenien 72 Tore – ein Wert, der selbst Nordmazedonien schwindelig machte. Gaugisch hat deshalb seine 6-0-Deckung umgestellt: Alina Hartmann rückt auf die Kreismitte, Johanna Stockschläder übernimmt die Spitze. Ziel: Vojnovic früh binden, die Rückraumlinie austrocknen. Wenn das klappt, ist das Spiel nach zehn Minuten entschieden. Wenn nicht, wird es eng.
Die Zahlen sprechen für Deutschland: 18:4-Tore-Bilanz gegen dieselben Gegner, zwei Siege, null Niederlage. Aber die Zahlen lügen. Die 24:23-Heimsieg-Variante gegen Belgien war ein Warnschuss. „Wir haben vergessen, dass Handball kein Schönheitspapier ist“, sagte Gaugisch nach Schlusspfiff. Jetzt soll die Schönheit wieder Pflicht sein.

Tv-poker: zdf und dyn duellieren sich um die sichtbarkeit
Wer heute einschaltet, muss wählen. Das ZDF wirbt mit dem kostenlosen Stream und Martin Schneider, der das Spiel mit dem Ton der großen Stunde kommentiert. Dyn setzt auf Markus Herwig, dafür aber 15 Minuten Vorbericht – ein Luxus, den das öffentlich-rechtliche Programm nicht bietet. Die Quote vom Sonntag wird zeigen, ob der Handball-Fan bereit ist, für Exklusivität zu zahlen. Erste Indizien gibt’s um 19.45 Uhr, wenn die Sloweninnen mit leeren Händen dastehen oder die deutsche Bank schon mit dem Rückspiel-Mentality-Talk beginnt.
Und dann kommt Heidelberg. Sonntag, 15.30 Uhr, ProSieben Maxx zum ersten Mal mit Handball. Der Sender wirbt mit Antje Döll und Christoph „Icke“ Dommisch – ein Format, das zwischen Reality und Reportertum schwankt. Für die Sportredaktion ist es ein Testlauf: Wenn 1,5 Millionen zuschauen, plant der Sender eine Dauerkarte. Wenn nicht, bleibt Dyn allein auf weiter Flur.
Die Rechnung ist simpel: zwei Siege, sechs Punkte, EM-Ticket. Alles andere wäre ein Arbeitsunfall. Und weil Handball keine Saison kennt, sondern nur Endspiele, fliegt die Kugel heute um 18 Uhr – und mit ihr die Karrieren von 16 Spielerinnen, die kein zweites Slowenien-Auswärtsspiel verlieren wollen. Das Ergebnis? Es steht schon fest: Es wird 60 Minuten lang laut.
