Coi lockert teilnahme weißrussischer athleten wieder frei
Ein überraschender U-Turn: Der Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Tür für weißrussische Sportler und Teams wieder geöffnet. Nach fast zwei Jahren der Restriktionen aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine empfiehlt die Exekutivkommission des IOC nun keine Beschränkungen mehr bei der Teilnahme an internationalen Wettbewerben.

Die entscheidung: ein balanceakt zwischen politik und sport
Die Begründung des IOC liest sich wie ein Appell an die universellen Werte des Sports. In einer zunehmend instabilen Welt, so heißt es in der Mitteilung, müsse die Plattform des Sports als Hort der Hoffnung erhalten bleiben. Das IOC beruft sich dabei auf das vermeintliche „fundamentale Recht“ der Athleten, ungehindert von politischen Einflüssen oder staatlichem Druck Sport zu treiben – ein Recht, das angeblich auf dem Olympischen Gipfel im Dezember 2023 bekräftigt wurde. Das ist ein kühner Schritt, der die Frage aufwirft, inwieweit der Sport von politischen Realitäten abgeschottet sein kann.
Die Maßnahme soll den Weg für die Qualifikationsprozesse zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 und den Olympischen Jugendwinterspielen in Dolomiti Valtellina 2028 ebnen, die diesen Sommer beginnen. Ein Detail, das oft übersehen wird: Die bisherige Praxis, Sportler mit weißrussischem Pass als „Neutrale Individualathleten“ (NIA) teilnehmen zu lassen, verlief anscheinend ohne größere Zwischenfälle – weder auf noch abseits der Wettkampfstätten.
Die Situation in Russland wird dabei ausdrücklich von der in Weißrussland unterschieden. Während sich der Russische Olympische Komitee (ROC) zwar konstruktiv im Dialog mit dem IOC befindet, bleibt dessen Suspendierung bestehen. Das IOC beobachtet die jüngsten Entwicklungen im russischen Anti-Doping-System mit Sorge, insbesondere im Hinblick auf die „Operation LIMS“ und die damit einhergehenden 302 Sanktionen, von denen 291 gegen russische Athleten verhängt wurden. Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Die Rückführung von Daten und Proben aus dem Moskauer Labor im Jahr 2019 hat eine Welle von Disqualifikationen ausgelöst.
Es bleibt abzuwarten, wie diese Entscheidung die politische Landschaft beeinflussen wird und ob sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Friedensförderung im Sport beitragen kann. Die Zeichen stehen jedoch darauf, dass der COI einen riskanten Weg beschreitet, der ihn sowohl für Kritik aus der Ukraine als auch aus dem Westen anfällig macht.
