Haie beißen sich zum 2:0 – schwenningen kapituliert spät, aber sicher

Die Kölner Haie verschaffen sich mit einem 4:2 im zweiten Playoff-Duell Luft im Viertelfinale. Die Wild Wings lieferten erneut einen Klassiker ab, der bis 59:59 offen blieb – dann schob Louis-Marc Aubry den Puck ins leere Tor und die Haie-Party lief.

Jalonen zieht die richtigen schrauben

Kari Jalonen stand nach dem Spiel vor der WDR-Kamera und klang wie ein Ingenieur, der gerade einen Turbolader nachjustiert hat. „Wir haben uns Drittel für Drittel gesteigt, vor allem in den einfachen Dingen“, sagte der Finnische Chefstratege. Gemeint: Bully-Dominanz, weniger Scheibenverlust, mehr Tempo in der neutralen Zone. Die Zahlen sprechen: 58 Prozent Faceoff-Quote, 38-24 Torschüsse, 1,87 erwartete Tore für Köln laut InStat – alles im grünen Bereich.

Doch die Wild Wings wollten sich nicht in die Winterpause schicken lassen. Tyson Spink fälschte einen harmlos wirkenden Schuss von der blauen Linie ab, Janne Juvonen war ohne Chance – 2:1 für Schwenningen nach 15 Minuten. Die 18.600 im ausverkauften RheinEnergieSTADION rissen die Kehlen auf, aber die Gäste blieben eiskalt.

Juvonen wird zur mauer, schnarr zum doppelpacker

Juvonen wird zur mauer, schnarr zum doppelpacker

Im zweiten Drittel schaltete der DEL-Torhüter des Jahres einen Gang höher. Vier Minuten kurz nach einem hohen Stock-Foul an Louis-Marc Aubry wehrte Juvonen fünf Schüsse ab, zwei aus kurzer Distanz. Die Sprechchöre „Juuuvooonen“ grollten durch die Halle wie Donner. Auf der Gegenseite nutzte Dominik Uher einen Querpass von Valtteri Kemiläinen und schlenzte die Scheibe unter die Latte – 2:2.

Das dritte Drittel begann wie ein Boxkampf ohne Gong. Kevin Niedenz tankte sich hinter dem Tor durch, legte quer auf Nate Schnarr – Direktschuss, 3:2. Der Kanadier ließ es sich nicht nehmen, kurz danach noch einmal auszurufen: „Wir wollten zeigen, dass wir auch enge Spiele gewinnen können.“ Die Fans sangen „Zwei zu null in der Serie“ – noch ahneten sie nicht, dass Aubry 59 Sekunden vor Ultimo den Empty-Netter versenkte und die Reißleine zog.

Sonntag wird zur zitterpartie in der helios-arena

Sonntag wird zur zitterpartie in der helios-arena

Nun reist Köln mit dem Komfort eines 2:0-Vorsprungs nach Württemberg. Die Statistik spricht für die Haie: In 87 Prozent der DEL-Best-of-Seven-Serien, in denen ein Team mit 2:0 führte, ging auch der Gesamtsieg nach Hause. Doch Jalonen warnt: „Schwenningen hat bewiesen, dass sie uns ärgern können. Wir müssen dort mit derselben Intensität beginnen.“

Für die Wild Wings wird es zur letzten Chance. Verlieren sie auch Spiel drei, stehen sie vor dem K.-o. Dann winkt den Haien am Dienstag im heimischen Aquarium der Matchball fürs Halbfinale. Die Uhr tickt – und die Eisfläche wird nicht kleiner.