Nordhorn siegt in letzter sekunde – der aufstiegs-krimi geht weiter

Eine Hand voll Sekunden hat den HC Elbflorenz Dresden in die Tiefe gestoßen. Elias Ruddat traf 20 Sekunden vor Schluss, Sebastian Greß knallte mit der Sirene zwar noch einmal auf, doch die zwei Punkte blieben in Nordhorn. 32:31 – das Euregium bebt.

Die HSG Nordhorn-Lingen kratzt weiter an der Promotions-Tür, bleibt acht Minuspunkte hinter dem Aufstiegsrang. Dresden dagegen reist mit vier Minuspunkten mehr als Zweitplatzierten Balingen heim – ein Rückstand, der wehtut.

Ein spiel, zwei geschichten

Nordhorn legte los wie die Feuerwehr, führte fast durchgehend, doch Dresden klebte am Trikot der Hausherren. Bis Ruddat mit dem Kaliber entschied. Die Halle tobte, weil jeder wusste: Dieser Treffer könnte im Mai die Meisterschaft bedeuten. Elbflorenz-Coach André Haber brauchte nach Abpfiff zwei Minuten, ehe er den Presseraum betrat – sichtlich mitgenommen von einer Niederlage, die sich anfühlt wie eine halbe Katastrophe.

Der Sieg schmeckt doppelt, weil er Nebenbuhler Eintracht Hagen mit nur einem Minuspunkt nach vorne schiebt. Die Gäste aus Ludwigshafen kassierten beim 32:34 die nächste Heimklatsche und rutschen tiefer in den Schlamassel. 1.774 Zuschauer sahen die Eulen lange hoffen, doch Hagen drehte den Spieß um und schickte sie mit leeren Händen nach Hause.

Torhüter-duell in lübbecke

Torhüter-duell in lübbecke

Während oben um die Spitze gekämpft wird, sorgen unten die Torhüter für Schlagzeilen. Frederik Genz und Janik Patzwaldt lieferten sich im Mittelfeld-Duell zwischen TuS N-Lübbecke und Dessau-Roßlau ein Katz-und-Maus-Spiel, das am Ende 27:24 für die Gastgeber endete. Die 17:10-Führung nach der Pause war Programm: Lübbecke will nicht mehr runter in die 3. Liga schauen.

Die Punkte sind kostbar, denn hinter den Kulissen schwirren schon die Abstiegsgespenster. Wer jetzt stolpert, landet im Mai im Niemandsland der Relegation.

Am wochenende droht der knall

Am wochenende droht der knall

Der Samstag bringt den TV Hüttenberg gegen Spitzenreiter Potsdam – ein Duell, das die oberen Playoff-Plätze neu mischt. Tabellenzweiter Balingen reist zum Angstgegner Ferndorf, der in der 6-0-Deckung nagelt, was nicht niet- und nagelfest ist. „Wir müssen die Räume treffen, die sich auftun“, warnt HBW-Coach Matti Flohr vor der harten, mannorientierten Mauer der Siegerländer.

Krefeld und Dormagen liefern sich das rheinische Derby mit frischem Pulver: Marvin Kix und spanischer Keeper Pau Guitart Alguacil haben die Eagles zur zweiten Saisonhälfte hochgerüstet. „Kix ist der Go-To-Guy, Alguacil hält unmögliche Bälle“, sagt TSV-Trainer Julian Bauer – und meint: Wer hier verliert, rutscht in den Strudel.

Am Sonntag steht Schlusslicht Oppenweiler/Backnang gegen Großwallstadt vor eigenem Publikum unter Relegations-Dampf. TUSEM Essen empfängt Spitzenreiter Bietigheim – eine Aufgabe, die sich liest wie ein Befreiungsschlag oder das vorläufige Aus.

Die 2. Bundesliga ist zurück – und sie liefert direkt die nächste Ladung Zitterschweiß. Noch acht Spieltage, dann entscheidet sich, wer fliegt, wer aufsteigt und wer die Saison nur noch als Zuschauer verfolgt. Die Uhr tickt. Laut.