Haaland schlägt 1,3 millionen für 1594er königssagen zu – und verschenkt sie sofort
Erling Haaland lässt Tore sprechen – und jetzt auch historische Bücher. Der norwegische Torjäger von Manchester City zahlte 1,3 Millionen norwegische Kronen für ein Exemplar der Königssagen, das älter ist als jeder Stadionrasen, auf dem er jemals stand. Das Datum der Auktion: 5. Dezember 2025. Der Käufer: ein Selfmade-Millionär, der sich selbst als „nicht der große Leser“ bezeichnet. Die Pointe: das Buch bleibt nicht in seinem Wohnzimmer, sondern zieht zurück nach Time – in die windige Heimatgemeinde am Rande von Bryne, wo Haaland einst gegen Garagentore schoss.
Warum ein fußballstar plötzlich bibliothekar spielt
Die 432 Jahre alte Ausgabe von Snorre Sturlasons Heimskringla gilt als DNA der norwegischen Nationalgeschichte. Es erzählt von Wikingerkönigen, Landnahme und Blutrache – Stoff, der selbst in der Premier League für Brutalität stehen würde. Haaland sieht darin keine Trophäe, sondern eine Brücke. „Jeder Junge aus Jæren soll die Sagen über die berühmten Krieger lesen können, die vor uns lebten“, sagt er. Der Verkäufer, ein Antiquariat in Oslo, bestätigt: „Wir haben nie ein höheres Gebot für ein Buch erhalten.“ Die Summe vervierfachte den bisherigen Rekord für ein norwegisches Druckwerk.
Dahinter steckt ein Kalkül, das größer ist als ein einzelner Akt der Großzügigkeit. Haalands Stiftung „Jæren morgen“ finanziert seit Jahren Leseprojekte an Grundschulen. Mit dem Kauf sichert sich der Stürmer nicht nur kulturelles Erbe, sondern auch PR-Rendite: Die Gemeinde Time baut ein neues Multifunktionszentrum, das Buch wird dort im Glasraum hängen – neben Trikots von Haaland und einem 3-D-Modell seines rechten Fußes. Tourismusdirektorin Lene Ose sagt schon jetzt: „Wir rechnen mit 30.000 zusätzlichen Gästen jährlich.“

Vater alf-inge als co-stategist
Am Auktionstisch saß nicht nur Erling, sondern auch Alf-Inge Haaland, Ex-Profi und heute Investor. Vater und Sohn bieten selten getrennt – schon 2022 kauften sie gemeinsam 1.200 Hektar Ackerland südlich von Stavanger, um Windkraftprojekte zu forcieren. Bei der Bücherauktion ging Alf-Inge bis 1,25 Millionen hoch, dann signalisierte Erling per Handzeichen den finalen Sprung auf 1,3 Millionen. „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass Heimat mehr ist als Geburtsort“, sagt der Senior. Ein Detail: Das Buch trug ursprünglich das Supralibros des dänischen Königs Frederik II. – ein Symbol der Fremdherrschaft. Jetzt kehrt es in die norwegische Provinz zurück – unter Aufsicht eines Stürmers, der Dänemark in der Nations League schon mehrmals traf.
Die Übergabe ist für Mai 2026 geplant, parallel zum letzten Heimspiel der Saison. Haaland wird das Buch persönlich tragen – handschuhefrei, wie seine Berater betonen. Die Aktion wird live auf seinem YouTube-Kanal übertragen, Moderator ist Jan Åge Fjørtoft. Die Einnahmen aus Super-Chat-Spenden fließen in Leseclubs an 37 Schulen im Bezirk. Die Community-Botschaft: „Wenn ich lese, verstehe ich, warum ich renne.“
Die Bilanz nach 90 Minuten: Ein Torjäger kauft Geschichte, macht sie zur Zukunft und schiebt nebenbei den Tourismus seines Heimatkaffs an. Die Torschützenkönig-Abrechnung: 1,3 Millionen Kronen, 0 Bücher im eigenen Regal, aber 30.000 neue Leser – und ein Image-Gewinn, den kein Sponsoring der Welt bezahlen könnte.
