Gukesh zockt in menorca: weltmeister gegen old-school-elite

19 Jahre, 2.752 Elo, 0 Kompromisse. Indiens Schach-Gott Gukesh Dommaraju fliegt am 7. April nach Cala’n Bosch, um beim I Masters Chess Menorca seine Krone gegen Alt-Weltmeister Ruslan Ponomariov und vier weitere Super-GMs zu verteidigen. 30 Minuten plus zehn Sekunden Zugfrist – kein Blitz, kein Kasperle, sondern reine Präzisionsarbeit.

Ponomariov will revanche für 2002

Der Ukrainer war 18, als er damals jüngster WM-Allerzeiten wurde – jetzt trifft er auf den Teenager, der diese Marke pulverisiert hat. Neben ihm: Rapports unorthodoxe Springeropfer, Dominguez’ kubanisches Taktikfeuer, Harikrishnas ruhige Maschine und Nihal Sarins YouTube-Gen. Doppelrundige Liga, zehn Partien, kein Versteckspiel.

Organisator José Antonio García rechnet mit 2.000 Zuschauern im Live-Stream und 300 Gästen im Saal des Hotel Sagitario. Die Inszenierung ist Teil des Open Chess Menorca, das mit 560 gemeldeten Spielern spanische Rekordmeldezahlen knackt. 26.000 Euro Preisgeld plus 10.000 Euro Trainingsstipendien – für ein Inselturnier ein historisches Paket.

Murzin und der 12-jährige argentinische wundergast oro sorgen für nebenbühnen-knall

Murzin und der 12-jährige argentinische wundergast oro sorgen für nebenbühnen-knall

Volodar Murzin, Schnellschach-Weltmeister 2023, quält Sekundenuhren mit 3-Minuten-Blitzen. Faustino Oro, noch keine Teenager, jagt Großmeister mit Pokémon-Kappe. Miguel Illescas, achtmal Spanien-König, fungiert als Ehrenschiedsrichter. Anna Shukhman, U20-Weltmeisterin, bereitet sich nebenan auf ihren Frauen-GM-Titel vor. Und Quique Setién, einst FC-Barcelona-Coach, eröffnet Runde drei – sein Damenopfer steht schon auf dem Brett.

Die Inselregierung pfeffert 120.000 Euro ins Marketing, Inmobiliaria Pons Morales stellt Strandvillen für Spieler, Solatio Energía liefert Sonne, Balear Abogados die Verträge. Ergebnis: ein Schach-Festival, das sich nicht hinter Wijk aan Zee verstecken muss.

Gukesh landet am Montag in Mahón, zieht sich sofort ins Fitness-Center zurück. Sein Sekundanten-Duo hat 1.400 Partien sechs Monate lang durchgespielt. Ziel: keine Niederlage, keine Remis-Politik, nur Siege. Wer ihn stoppen will, muss vor 19:00 Uhr aufstehen – und nach Mitternacht noch aufpassen.