Guardiola zieht vor dem gipfeltreffen die notbremse: „wenn arsenal gewinnt, ist die liga gelaufen“

Pep Guardiola schaltet zwei Tage vor dem Showdown in der Premier League in den Schleichmodus. Statt mit Favoritenanspruch ins Spiel zu rennen, preist der Manchester-City-Coach den „gebeutelten“ Tabellenführer Arsenal in den Himmel – und liefert sich damit ein Meisterstück der Psycho-Warfare ab.

„Die Leute sind so anspruchsvoll – Medien, Fans, alle“, sagte der Katalane am Freitag mit gespielter Ruhe, nachdem Arsenal nach zwei sieglosen Partien in die Kritik geraten war. „Ich schaue mir ihre Spiele an und lerne dabei. Viel. In jeder Hinsicht.“

Neun punkte vorsprung wären die vorentscheidung

Neun punkte vorsprung wären die vorentscheidung

Realistisch ist Guardiola dennoch. Am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) empfängt der amtierende Meister den Liga-Primus. Verliert City, liegt Arsenal neun Punkte vorn – und hat obendrein die bessere Tordifferenz. „Dann ist es vorbei“, sagt Guardiola unumwunden. „Klar, wir hätten noch ein Nachholspiel, aber reden wir nicht drum herum: Die Meisterschaft wäre weg.“

Die 22-jährige Titellücke der Gunners nennt er „Treibstoff, gegen den wir nichts ausrichten können“. Dabei spielt er auf die mentale Komponente an: „Wenn ich den Jungs sage, dass bei einer Niederlage alles vorbei ist, dann lastet das auch auf ihnen. Der Druck ist gigantisch – für beide Seiten.“

Mikel Arteta, einst Guardiolas Assistent, steht erstmals mit Arsenal vor der großen Erlösung. Doch der Lehrer gibt sich gelassen: „Sie spielen exzellenten Fußball, egal ob sie gewinnen oder nicht. Das ist der Unterschied zwischen Hype und Handwerk.“

Die Wette: Mit Lob statt Latzhose will Guardiola die Gunners aus der Reserve locken – und sie dann mit dem Schwert der Erfahrung treffen. 90 Minuten entscheiden über die Saison.