Gremaud wirft das handtuch – silvaplana verliert seine snowboard-königin
Die Saison ist vorbei, ehe sie richtig begann. Mathilde Gremaud, die Slopestyle-Goldfrau von Peking, verzichtet auf den Heim-Weltcup in Silvaplana – und damit auf jedes weitere Rennen dieses Winters. Der Grund: eine Hüfte, die noch immer nach dem Sturz von Cortina schmerzt, und ein Rücken, der sich weigert, mitzuspielen.
Der sturz, der alles verändete
Es war der Tag vor dem Big-Air-Finale in Milano Cortina. Gremaud trainierte, wollte sich den letzten Kick holen – und rutschte weg. Die Folge: eine Hüftprellung, die sich nicht in Wochen, sondern in Monaten misst. «Ich dachte, zwei, drei Tage Pause, alles gut», sagt sie im Swiss-Ski-Statement. Doch die Schmerzen blieben. Und kamen zurück – mit Rücken als Zugabe.
Schon in Tignes sagte sie ab. Silvaplana sollte der Genesungs-Comeback sein. Das Startfeld war gedruckt, die Tickets verkauft, die Fans bereit. Doch ihre Physios bremsten. Kein Sprung, kein Rail, kein Risiko. Die 26-Jährige hört lieber auf, als halb zu rennen.

Punkte, preisgeld, prestige – alles bleibt liegen
Mit dem Ausfall in Silvaplana verliert Gremaud nicht nur die letzte Chance auf Weltcup-Punkte, sondern auch die Möglichkeit, die Saison in den Top-3 zu beenden. Dahinter steckt Rechnung: Jede versäumte Station bedeutet weniger Seeding-Punkte für die nächste Olympia-Quali. Und die beginnt schon im Oktober auf den Gletschern.
Für Swiss-Ski ist der Ausfall ein Schlag ins Kontor. Gremaud ist Marketing-Gesicht, Medienliebling, Anziehungspunkt. Ihr Name steht auf Plakaten, ihre Tricks in Sponsoring-Videos. Nun springt Larissa Blunck ins Rampenlicht – eine Athletin, die zuletzt in Kreischberg Bronze holte, aber noch keine Marke ist.
Die Entscheidung ist rational, trotzdem schmerzt sie. Gremaud selbst postiert ein Foto von der Physio-Liege, dazu drei Worte: «See you soon.» Kein Smiley, kein Hashtag. Die Botschaft ist klar: Sie wird zurückkommen – aber erst, wenn Körper und Kopf wieder synchron laufen.
