Nagelsmann umschifft personalchaos – stiller und führich rücken nach
Julian Nagelsmann muss den WM-Jahresauftakt gleich mit drei Notnominierungen bestreiten. Der Bundestrainer verliert innerhalb von 48 Stunden Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha – und reagiert mit einem Schwaben-Doppel aus Stuttgart.

Stiller springt für pavlovic ein
Die Hüfte des Münchners zwickt, das rechte Knie des Dortmunders kollabiert. Was wie ein Medizinbericht klingt, ist Nagelsmanns Realität. Pavlovic meldete sich mit Hüftbeschwerden ab, Nmecha zog sich eine Außenbandverletzung im Training und fällt wochenlang aus. Die Lösung: Angelo Stiller und Chris Führich rücken nach, beide von Stuttgarts Europa-League-Truppe. Nagelsmann lobt Stiller als „herausragenden Fußballer mit extrem viel Potenzial“, rückt ihn aber gleichzeitich auf die Ersatzbank, weil Pavlovic „einen Tick weiter“ sei. Der Trick: Leon Goretzka wird wohl mit Stiller im Doppelsechs-System starten, Anton Stach und Pascal Groß lauern als Alternativen.
Die Ausfälle häufen sich. Jamal Musiala fehlt nach seiner Syndesmosetraining-Reaktion, Nathaniel Brown hat Probleme am Fuß, Jamie Leweling zieht die Wade. Die DFB-Elf tritt in Basel gegen die Schweiz an, drei Tage später empfängt sie in Stuttgart Ghana. Drei Testspiele, null Siege in Folge – der Druck steigt. Dabei wollte Nagelsmann 2026 eigentlich mit Tempo in die Vorbereitung starten.
Kapitän Joshua Kimmich bleibt trotz interner Debatten fest als Rechtsverteidiger eingeplant. Die Logik: Stabilität vor Experiment. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache – seit der EM ist Kimmich in dieser Position nur zu 62 % erfolgreich bei Zweikämpfen. Die Fans forschen nach Alternativen, Nagelsmann hält Kurs.
Die Nachnomination ist kein Pflaster, sondern ein Statement. Mit Stiller und Führich holt sich der Bundestrainer zwei Spieler, die in Stuttgart Hochgeschwindigkeitsfußball trainieren. Die Frage ist nicht, ob sie mithalten können – sondern ob sie es schaffen, innerhalb von 72 Stunden das Nagelsmann-System zu verinnerlichen. Die Antwort folgt am Freitag in Basel. Die Uhr tickt.
