Graz99ers fegen pustertal weg und entführen titel nach 48 jahren

4:0 im Finale, 4:0 in der Serie – die Graz99ers haben die ICE Hockey League mit Vollgas erobert. Erstmals seit 1976 kehrt der Meisterpokal in die steirische Landeshauptstadt zurück, und das mit einer Geschwindigkeit, die selbst die eigenen Fans atemlos macht.

Jerichs milliarden-projekt wird goldrichtig

Transport-Unternehmer Herbert Jerich schwang sich vor zwei Jahren zum Präsidenten auf, erhöhte das Budget auf ein Niveau, das in Graz zuvor unvorstellbar war, und ließ aus dem Schlusslicht eine Kampfmaschine bauen. Der Return on Investment folgt prompt: Der erste Titel der Vereinsgeschichte. „Geld gewinnt keine Meisterschaften“, behauptet Jerich, doch ohne seine Finanzspritze wäre das Puzzle aus Lukas Haudum, Paul Huber, Manuel Ganahl und NHL-erfahrenen Legionären nie zusammengekommen.

Die Chemie stimmt, das System auch. Trainer Dan Lacroix, 57, eingeflogen aus der NHL, schärfte der Mannschaft zwei Klassen besser zu spielen – und wurde dafür mit einem Sweep belohnt. Ob er bleibt, steht offen. „Er hat 100 Angebote“, sagt Jerich. „Wenn er bleibt, ist unser Vorsprung sicher.“

Graz wird zur machtzentrum – und will bleiben

Graz wird zur machtzentrum – und will bleiben

Die Liga wird enger. Pustertal, Ljubljana, Fehervar und Bozen haben die österreichische Dominanz gebrochen. Doch Graz hat früh reagiert. Viele Leistungsträger laufen bereits nächste Saison wieder auf. „Schlechter sind wir sicher nicht“, grinst Jerich. „Vom Jäger zum Gejagten – darauf freuen wir uns.“

Für die Stadt bedeutet der Titel mehr als nur ein Pokal. 48 Jahre warteten Grazer auf diesen Moment. Jetzt brennt die Flamme wieder – und sie soll lange nicht erlöschen.