Goretzka-nagelsmann-block: bayern-star wird trotz bank für wm hochgejubelt
Leon Goretzka sitzt beim FC Bayern meist nur auf der Bank – beim DFB ist er plötzlich wieder Nagelsmanns Liebling. Der Bundestrater lobt ihn in höchsten Tönen, Sportvorstand Max Eberl bestätigt: Der Mittelfeldspieler bleibt, weil er auf die WM hofft. Ein Deal, der die Bayern-Kabine spaltet.
„Weil er in den sechzehner geht“: nagelsmanns machtwort
Julian Nagelsmann sagt es offen: „Stand jetzt wird Goretzka gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali.“ Die Begründung klingt wie ein Seitenhieb auf Bayern-Trainer Vincent Kompany: „Er geht in den Sechzehner, ist kopfballstark und bringt Wucht mit.“ Kein einziges Mal nennt Nagelsmann die mangelnde Einsatzzeit in München – er schert sich nicht darum. Für ihn zählt nur die Nationalelf.
Die Aussage wirkt wie ein Gnadenstoß für einen Spieler, der seit Wochen um seinen Platz kämpft. Goretzka ist 31, Vertrag läuft aus, der Abschied beschlossene Sache. Doch Nagelsmann baut ihn auf, bevor er ihn verliert.

Eberl bestätigt: winter-abgang wegen wm-traum geplatzt
Max Eberl packt aus: „Ich glaube, das war bei Leon auch ein Grund in der Entscheidung, ob er jetzt im Winter geht oder nicht.“ Atletico Madrid hatte Interesse, Goretzka sagte nein. „Wahrscheinlich hat er Signale von Julian bekommen“, so Eberl. Der Sportvorstand spricht es offen aus: Der Bundestrainer lenkt mit seinen öffentlichen Zusagen die Personalplanung des Rekordmeisters.
Ein Vorgang, der bei internen Runden für Stirnrunzeln sorgt. Goretzka bleibt, obwohl Kompany ihn nur einwechselt oder in der zweiten Reihe läuft. Die Konkurrenz um Kimmich, Pavlovic und Co. bleibt hart. Doch der Nationalspieler schielt auf den Sommer: Nach der WM ist er ablösefrei, kann sich mit Titeln und einem Turnier im Rücken verabschieden.

Rotation ohne perspektive – trotzdem bleibt der traum
Am Freitag gegen Gladbach stand Goretzka in der Startelf – ein Alibi-Einsatz, kein Befreiungsschlag. Der Assist auf Diaz glänzte, doch danach rutschte er wieder in die Bank-Rotation. Die Statistik bleibt trotzdem gut: Bayern ist im Pokal-Halbfinale, in der Champions League im Rennen, in der Liga so gut wie durch. Drei Titel sind drin, Goretzka kann sich mit Silber verabschieden.
Doch die Frage bleibt: Wer zahlt den Preis? Bayern trägt ein Top-Gehalt, das die Leistungskurve nicht rechtfertigt. Nagelsmann bekommt seinen WM-Held, der Verein verkauft im Sommer null Euro. Ein Deal, der nur für einen Mann perfekt ist: für Leon Goretzka selbst. Er bleibt, weil die Nationalelf ihn braucht – nicht der Klub. Im Sommer ist Schluss, dann wird er gehen, ohne Ablöse, aber mit dem Traum, noch einmal ein Turnier zu bestimmen. Ob das reicht, um die Bayern-Bank zu rechtfertigen? Die Antwort liefert nur der Platz – und der sagt bislang: nein.
