Bayern verliert nächstes juwel: adin licina glänzt schon in turin

Adin Licina war in München nur ein Name auf der langen Liste hinter Musiala & Co. Seit Januar ist er bei Juventus – und plötzlich redet ganz Turin über ihn. Die Next-Gen-Trainer sprechen von „speziellen Fähigkeiten“, die Scoutingabteilung von „Projekt Nr. 1“. Der 19-jährige Landshuter spielt sich mit drei Kurzeinsätzen in die interne Tagesordnung der Bianconeri, und die Bosse fragen sich lautstark: Haben wir den neuen Kenan Yildiz gebunkert?

Warum der fc bayern plötzlich mit 30 % dabei ist

Die Münchner ließen ihren Flügelspieler nicht aus Nächstenliebe ziehen. Neben der Weiterverkaufsbeteiligung sicherte sich der Rekordmeister ein Matching Right: Soll Juventus Licina für eine Ablöse weiterverkaufen, darf Bayern jedes Gebot 1:1 toppen. Ein Bayern-Zurück, das niemand laut ausspricht, aber jeder im Verein auf dem Schirm hat. „Wir behalten ihn im Blick“, raunte ein Vorstandsmitglied nach der Vertragsunterzeichnung.

Licina selbst erlebte bei den Bayern das klassische Dilemma: zu gut für die U19, zu ungeduldig für die Regionalliga-Reserve, aber hinter Weltstars noch Lichtjahre entfernt vom Profikader. Juve bot ihm eine Perspektive mit definierten Meilensteinen: 1. Next-Gen-Erfahrung, 2. Einwechselminuten mit der Profigruppe im Wintertrainingslager, 3. möglicher Serie-C-Startelfeinsatz bis April. Er unterschrieb sofort.

Der erste eindruck: kreativ, leise, unangenehm schnell

Der erste eindruck: kreativ, leise, unangenehm schnell

Gegen Ravenna wechselte er in der 63. Minute ein, zog drei Gegner auf sich und leitete den einzigen nennenswerten Konter ein. In Campobasso passte er nach 120 Sekunden den Steilpass zur Anschlusstreffer-Vorbereitung. Die Kurvenrufe kannten noch nicht seinen Namen, aber die Stimmen auf der Tribüne schon. „Er sieht aus, als würde er auf der Stelle dribbeln“, sagt U23-Coach Massimo Brambilla. „Dabei wirkt er, als fragt er lieber, als dass er antwortet.“

Die Mentalitätsfrage ist in Turin kein Nebenschauplatz. Nach dem Yildiz-Beispiel wissen die Verantwortlichen, dass Talent nur die Eintrittskarte ist, Charakter der Saal. Licina kommt punktlich, spricht schon italienische Brocken, verzichtet auf Social-Media-Gehabe. Vor dem Training sammelt er lose Bälle ein, nach dem Spiel Duschkabinen-Licht aus. Kleine Gesten, große Wirkung.

Deutscher oder bosnischer nationalspieler? die uhr tickt

Beim DFB gehört Licina seit Monaten zum Leitkern der U19. Doch die bosnische Föderation hat bereits angefragt, weil seine Eltern aus Mostar stammen. Juventus beobachtet das Duell mit Spannung: Ein Bundesliga-Debüt würde die internationale Marktwerft in die Höhe treiben, ein Länderspiel für Bosnien würde die Medienresonanz im Balkan-Raum vervielfachen. Die Entscheidung fällt 2026, wenn die EM-Qualifikation startet.

Bayern jedenfalls dürfte die Qual der Wahl bekommen: Mit 30 % an zukünftigen Millionen beteiligt, aber gleichzeitig gezwungen, mit anzusehen, wie der eigune Zögling woanders die Kurve kriegt. Die Ahnungslosen feierten vergangene Woche schon wieder ein neues Talent im Leistungszentrum. Die Kenner wissen: Der nächste Yildiz trägt gerade die Schwarz-Weiß gestreifte U23-Trikot und heißt Adin Licina.