Golla und knorr stellen sich hinter gislason – dhb-stars pochen auf verlängerung

Zwei Siege gegen Afrika-Meister Ägypten, ein Aufschwung, der spürbar ist: Johannes Golla und Juri Knorr machen sich stark für eine weitere gemeinsame Zukunft mit Bundestrainer Alfred Gislason. Die Führungsspieler der deutschen Handball-Nationalmannschaft fordern ein klares Bekenntnis des Deutschen Handball Bundes (DHB) – noch vor der Heim-WM 2027.

Golla sieht 'neues selbstverständnis' – und das trotz durchwachsener leistung

„Wir haben zwei Spiele gewonnen, obwohl wir noch nicht einmal annähernd unser Limit erreicht haben“, sagte Kapitän Golla nach dem 34:33 in Bremen. Das sei das beste Indiz für den Reifeprozess, den Gislason seit dem Umbruch vor vier Jahren vorantreibe. „Viele Jungs haben unter ihm ihr Debüt gefeiert, sich an der Weltspitze eingeschwommen. Die Mannschaft trägt seine Handschrift.“

Der Vertrag des Isländers läuft nach der WM im Januar 2027 aus. Verhandlungen stehen an, doch im Team herrscht laut Golla „Null-Nervosität“. Er selbst will „aus der gemeinsamen Zeit das Maximum rausquetschen – egal, was die DHB-Bossen entscheiden“. Die Botschaft ist unmissverständlich: Sollte Gislason bleiben, wäre das Team längst bereit.

Knorr spricht von dankbarkeit – und schickt signal an den verband

Knorr spricht von dankbarkeit – und schickt signal an den verband

Für Juri Knorr gibt es keinen Handball-Alltag ohne Gislason. Der Bundestrainer holte den Rhein-Neckar-Löwen-Regisseur mit 20 Jahren in den Kader, verlieh ihm Verantwortung, schenkte ihm Lehrjahre auf höchstem Niveau. „Ich kenne nur ihn, ich schulde ihm viel“, sagt Knorr. „Ich hoffe, dass es weitergeht mit ihm – sportlich und menschlich passt einfach alles.“

DHB-Sportvorstand Ingo Meckes will die Personalie „zeitnah“ klären, sich aber nicht unter Druck setzen lassen. „Es wäre kontraproduktiv, wenn wir einen Monat vor der WM noch über Fragen der Zukunft diskutieren“, so Meckes. Ein offizielles Ultimatum gibt es nicht, doch die Spieler liefern eins aus der Kabine: Verlängert Gislason jetzt, liefert ihr die Bestätigung auf dem Platz.

Die Zahlen sprechen für den Isländer: 40 Debütanten seit 2020, zwei EM-Viertelfinals, ein Olympia-Achtelfinale – und nun zwei Siege gegen den afrikanischen Champion. Die nächste Bilanz folgt im Sommer, wenn die Qualifikation für die Europameisterschaft 2026 ansteht. Bis dahin will Golla „jeden einzelnen Tag nutzen, um das Potenzial zu entfalten, das Alfred in dieser Mannschaft sieht“. Für Knorr steht fest: „Wenn der Verband fragt, wissen wir, was wir antworten.“