Gnabry zerlegt union: 0:4 in münchen, berliner abwehr kollabiert

Union Berlin verließ die Allianz Arena mit blutender Nase und leeren Händen. Die 0:4-Packung in München war keine Niederlage, sondern eine Demontage. Serge Gnabry spielte sich in einen Rausch, Michael Olise zauberte, Harry Kane schraubte sein Konto auf 31 Saisontore – und die Köpenicker wirkten 90 Minuten lang wie die Statisten in einem Film, den sie nicht verstehen.

Die flügel der bayern wurden zu unions albtraum

Schon nach 120 Sekunden stand Union auf den Zehen, weil Olise mit der Ballbehandlung eines Jongleurs die Linie entlang tanzte. Links, rechts, durch die Mitte – das 4-2-2-2 von Vincent Kompany wirkte wie ein Kettenfahrrad gegen einen E-Motor. Goretzkas Chipball in den Lauf Olises war keine Großchance, sondern ein Statement: Wir spielen in einer anderen Liga, im wahrsten Sinne.

Die 0:2-Pausenführung war schmeichelhaft. Rönnow entschärfte Kane mit einem Reflex, flog beim Gnabry-Kopfball zu spät – und dennoch hätte es 0:5 stehen können. Union besaß 38 Prozent Ballbesitz, aber keinen einzigen Schuss aufs Tor. Ihr einziger Vorstoß: ein Freistoß aus 22 Metern, den Robin Gosens in die Mauer hämmerte.

Zweite hälfte: ein lehrstück ohne happy end

Zweite hälfte: ein lehrstück ohne happy end

Kurz nach Wiederanpfiff schob Kane zum 3:0 ein, nachdem Alphonso Davies erneut die Außenbahn zu einem Autobahnabschnitt degradiert hatte. Die Berliner Abwehr stand nicht nur hoch, sie stand falsch – ein Zimmer, in dem alle Möbel verschoben sind. Gnabrys zweiter Treffer war dann bloß noch Makulatur, aber er ließ Union die Grenze zur Peinlichkeit überschreiten.

Die Zahne zeigen: Union kassierte in den letzten drei Auswärtsspielen 10 Gegentore, erzielte selbst keins. Der Abstand zum Relegationsplatz schrumpft auf vier Punkte. Trainer Steffen Baumgart sprach von „Lehrgeld“, aber das war keine Schule, sondern ein Exorzismus. Die Mannschaft wirkte wie nach dem Sechserpack gegen Mainz traumatisiert – nur diesmal ohne den Trost des eigenen Stadions.

Die tabelle lügt nicht – und die uhr tickt

Die tabelle lügt nicht – und die uhr tickt

Mit 31 Zählern steht Union auf Platz elf, doch die Ränge dahinter sind ein Pulverfass. Augsburg, Bochum, Gladbach – alle haben ein Spiel weniger. Die Elf vom Stadion An der Alten Försterei muss nun innerhalb von neun Tagen gegen Heidenheim und Bremen punkten, sonst droht der Klassenerhalt zu einem Nervenkrieg zu werden.

Gnabry feierte seinen dritten Doppelpack in Serie und schoss sich in den Löwenkäfig der Torschützenliste. Bayern marschiert mit +72 Tordifferenz Richtung Meisterschaft, Union stapelt mit blauen Flecken und einem Gefühl, das zwischen Resignation und Rasenschach endet. Die Saison ist noch lang, aber die Luft wird dünner – und die Köpenicker Atemlosigkeit ist längst kein Strategie mehr, sondern ein Symptom.