Glatzel platzt der kragen: hsv-stürmer attackiert polzin und fordert wechsel

Robert Glatzel hat genug. Nach neun Monuten auf der Reservistenbank bricht der ehemalige Torgarant des HSV sein Schweigen – und zieht den Stecker. „So eine Situation will ich nie wieder erleben“, sagt der 32-Jährige der Hamburger Morgenpost. Das klingt nach Abschied.

Die Zahlen sind eindeutig: 82 Tore in 145 Pflichtspielen für den HSV. Doch seit Merlin Polzin das Zepter übernahm, ist Glatzel nur noch Zuschauer. Dreimal stand er in dieser Saison in der Startelf – und das, obwohl die Konkurrenz im Sturm strauchelt. Damion Downs, seit Januar an Bord, traf noch nie, durfte aber schon sechsmal von Anfang an spielen. Ransford Königsdörffer steht nach 22 Einsätzen bei vier Treffern. Die Fans rufen nach Glatzel. Polzin blockt ab.

Polzins system frisst stürmer

Polzins system frisst stürmer

Der Coach erklärt seine Entscheidung mit taktischer Notwendigkeit. Downs solle das Pressing steuern, Räume öffnen, das Umschalten initiieren. Tore seien Nebensache. Für Glatzel ein Schlag ins Gesicht. „Ich habe vor zwei Wochen nach dem Leverkusen-Spiel um eine Erklärung gebeten. Die Antwort half nicht weiter.“ Seitdem sitzt er wieder nur. „Warum ich auch gegen Wolfsburg und Köln nicht spielte, kann ich nicht verstehen.“

Die Wunde ist offen. Polzins Philosophie verlangt Laufarbeit statt Killerinstinkt. Glatzel liefert beides – aber nicht in dem Tempo, das Polzin fordert. Dietmar Hamann zweifelt öffentlich: „So einem Spieler musst du Freiheiten geben. Er soll sich auf das konzentrieren, was er kann: Tore.“ Doch Polzin bleibt stur. Er wählt Downs' Laufwege über Glatzels Abschluss.

Der Stürmer spürt, dass seine Zeit abläuft. Noch ein Jahr Vertrag, doch die Geduld ist aufgebraucht. „Ich will kein Feuer legen“, sagt er. Aber er tut es. Wer sich öffentlich beschwert, provoziert den Club. Der HSV wird verkaufen müssen. Polzin wird ihn nicht aufstellen. Glatzel wird gehen. Die Tore, die er schoss, bleiben. Die, er nicht mehr schießen darf, werden ihm fehlen.