Gladbach am abgrund: schröder vor dem ausverkauf?

Borussia Mönchengladbach steht vor einem sportlichen und finanziellen Desaster. Sportdirektor Rouven Schröder hat für den Sommer-Umbruch lediglich 5,2 Millionen Euro zur Verfügung – ein lächerlicher Betrag, um den Kader grundlegend zu erneuern. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Rocco Reitz an RB Leipzig fließen in die Konsolidierung des Klubs, was bedeutet: Es droht ein massiver Verkaufsoffensiv.

Die kader-krise: wer geht, wer bleibt?

Die Lage ist dramatisch: Mehr als die Hälfte des 33-Mann-Kaders, inklusive der verliehenen Spieler, könnte dem Vernehmen nach verkauft werden. Das Problem: Bislang hat kein Star aktiv einen Wechselwunsch geäußert. Das macht die Situation für Schröder umso schwieriger, denn ohne Spieler, die aktiv den Abschied suchen, gestaltet sich die Verhandlung erheblich zäh. Der Markt für die Gladbacher Talente ist zudem mau. Nur Torwart Moritz Nicolas (28) scheint ein gewisses Interesse zu wecken, und das zu einem Preis, der für Gladbach gerade noch so in Frage kommt – denn er ist ein Baustein für die Zukunft.

Ein Hoffnungsschimmer flackert mit dem jungen Juwel Wael Mohya (17), dessen Marktwert auf zehn Millionen Euro gestiegen ist. Allerdings wird mit seinem Verkauf noch etwas Zeit verbracht. Die Verkaufs-Klemme schließt sich um Spieler, die seit Jahren um einen Wechsel zu einem Top-Klub betteln: Nico Elvedi (29) und Joe Scally (23) träumen von höheren Sphären, während Franck Honorat (29) die Champions League anstrebt. Tomas Cvancara (25), der auf Leihbasis in Gladbach spielt, wird wohl nicht fest verpflichtet, Celtic Glasgow zieht seine Kaufoption nicht.

Top-verdiener unter druck: gehaltsvorstellungen stoßen auf widerstand

Top-verdiener unter druck: gehaltsvorstellungen stoßen auf widerstand

Viele der Top-Verdiener belasten den Gladbacher Gehaltsrahmen erheblich. Spieler wie Florian Neuhaus (29, rund vier Mio. Euro pro Saison), Kevin Stöger (32, rund 2,5 Mio.), Giovanni Reyna (23, rund 2,7 Mio.) und der an Leverkusen verliehene Jonas Omlin (32, rund 2,9 Mio.) müssten bei einem Wechsel Gehaltseinbußen hinnehmen. CEO Stefan Stegemann hat bereits deutlich gemacht: „Wir müssen auch an der Gehaltsstruktur sparen, das ist eindeutig.“

Zukunftsanker im sturm und im mittelfeld

Zukunftsanker im sturm und im mittelfeld

Trotz der düsteren Aussichten gibt es Lichtblicke. Jens Castrop (22) wird als Reitz-Nachfolger im Mittelfeld eingeplant, während Kevin Diks (29) sich in der Abwehr als Anführer profiliert hat. Wael Mohya gilt als zukunftsweisende Investition. Tim Kleindienst (30) soll seine Form wiederfinden und zu alter Stärke zurückkehren. Aktuell scheinen die Leihgaben Haris Tabakovic (31, Hoffenheim) und Yannik Engelhardt (25, Como) für Gladbach unerschwinglich.

Die finanzielle Lage von Gladbach ist angespannt, und Rouven Schröder steht vor der größten Herausforderung seiner Karriere: Er muss den Verein vor dem totalen Absturz bewahren, ohne dabei die letzten Hoffnungsträger zu verlieren.