Gislason schießt nach em-silber gegen kritiker – was bedeutet das für die wm 2027?

Nach silbermedaille: alfred gislason rechnet mit seinen kritikern ab

Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Handball-EM 2026 hätte sich Alfred Gislason eigentlich in den Lorbeeren sonnen können. Stattdessen entschied sich der Bundestrainer, öffentlich mit seinen Kritikern abzurechnen. Diese unerwartete Reaktion zeigt, wie enorm der Druck während des Turniers auf ihm gelastet haben muss. Gislason nutzte die Bild-Zeitung, um sich Luft zu machen und seine Unzufriedenheit auszudrücken.

Scharfe worte gegen „selbstdarsteller“

Scharfe worte gegen „selbstdarsteller“

Gislason sparte nicht mit Kritik an den sogenannten „Selbstdarstellern“, die seiner Meinung nach jederzeit bereit sind, „uns ans Bein zu pinkeln“. Obwohl er keine konkreten Namen nannte, deutete er an, dass er vor allem die Podcaster meinte, die seine Entscheidungen während des Turniers in Dänemark scharf kritisiert hatten. Die Stimmung war spürbar angespannt.

Der gegenwind der harzblut-experten

Der gegenwind der harzblut-experten

Insbesondere das Trio der ehemaligen Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus hatte im Podcast Harzblut Gislasons Entscheidungen, von dem vermeintlichen „Buzzer-Blackout“ bis zur Torwart-Debatte, auseinandergenommen. Gislason verteidigte sich nach dem Finale gegen Dänemark (27:34) vehement: „Keiner von denen war jemals Trainer. Ich kenne deren taktisches Verständnis. Und keiner von denen hat damals in der Abwehr gestanden.“

Druck durch verbandspräsident und funktionäre

Der Druck auf Gislason war bereits vor der EM gestiegen, da Andreas Michelmann, der Präsident des DHB, mit einer ungeschickten Formulierung die Trainerdebatte angeheizt hatte. Hinzu kam die Kritik von Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin und Nationaltrainer von Italien, der nach der Niederlage gegen Serbien Alarm schlug und die Zukunft des Teams und des Bundestrainers in Frage stellte. Gislason konterte bissig, blieb aber ansonsten beherrscht.

Lob von dominik klein: „ein heimlicher menschenfänger“

Trotz des Gegenwinds genießt Gislason im Team großen Respekt. Ex-Weltmeister Dominik Klein lobte ihn als „heimlichen Menschenfänger“, der vor allem durch seine Ehrlichkeit überzeugt. Gislason habe der jungen Mannschaft eine Chance gegeben und den Umbruch erfolgreich gemeistert, wodurch Deutschland wieder zur Weltspitze zurückgekehrt sei.

Zukunftsperspektiven: analyse im februar und die wm 2027

Der DHB wird am 27. Februar in Hannover eine umfassende Analyse durchführen. Ob dabei auch eine Vertragsverlängerung mit Gislason besprochen wird, ließ Michelmann offen. Eines steht jedoch fest: Für die Heim-WM 2027 scheint Gislason so fest im Sattel zu sitzen wie selten zuvor. Die Silbermedaille bei der EM dürfte seine Position weiter gestärkt haben.

Was für die heim-wm mut macht

  • Der erfolgreiche Umbruch im Team
  • Die Integration junger Spieler
  • Die Silbermedaille bei der EM 2026

Wo noch luft nach oben ist

  • Die taktische Flexibilität
  • Die Konstanz im Torwartspiel
  • Die Fähigkeit, mit Druck umzugehen