Giménez steht wieder auf dem platz – milans titelchance bekommt neuen schwung
21 Spiele hat er verpasst, jetzt ist Santiago Giménez zurück auf dem Trainingsplatz in Milanello. Der Mexikaner absolvierte am Montag seine erste Einheit mit der Mannschaft seit seiner Sprunggelenk-Operation Ende Dezember – und setzte damit alle Geschichten über ein vorzeitiges Saisonende ad absurdum.
Der 24-Jährige zog seine Bahnen, schoss mit links und rechts, lachte mit Rafael Leão. Für Massimiliano Allegri war das kein normales Training, sondern eine Befreiung. Seine Angriffsreihe hat seit Wochen den Stempel „anfällig“. Mit Giménez erhält sie wieder eine Zielspitze, die Verteidigungen vertikal sprengt und den Ball hält, bis die Flügel nachrücken.
Warum giménez trotz nur eines treffers unverzichtbar ist
Die Statistik lügt nicht: Ein Tor in der Coppa Italia gegen Lecce, null in der Serie A. Trotzdem verteidigte Allegri den Stürmer stets öffentlich. „Er öffnet Räume, die sich im Datenblatt nicht abbilden lassen“, sagte der Trainer nach der 0:2-Niederlage gegen Atalanta, als Giménez erstmals mit dem Knöchel kollabierte. Sein Laufverhalten zwingt Innenverteidiger, tiefer aus der Kette herauszuwandern – und genau dort haben Leão und Pulisic ihre Freiräume. Ohne diese Bewegung wirkt Milans Angriff seit Monaten vorhersehbar.
Laut Opta rutschte die Rossoneri ohne Giménez von 2,1 auf 1,4 erwartete Tore pro Spiel ab. Die Zahl spricht lauter als jede Torquote. Kein Wunder, dass die Ablöse von 35 Millionen Euro für den Feyenoord-Transfer intern als „strategisch“ und nicht als „luxuriös“ eingestuft wurde.

Lazio-spiel könnte startpunkt sein – aber vorsicht ist geboten
Der Medizinstab will den Spieler langsam heranführen. Giménez absolvierte zwar alle Sprinteinheiten, doch das Sprunggelenk wird noch elastisch bandagiert. Ein Einsatz am Sonntag in Rom ist „möglich, aber nicht wahrscheinlich“, wie Klub-Physiotherapeut Dario Fort flirtend verrät. Sollte er jedoch in der 70. Minute eingewechselt werden, wäre selbst das ein Statement – für die Tabelle und für die Kabine.
Der Vorsprung auf Inter ist auf zwei Punkte geschrumpft. Die Nerazzurri haben ein Nachholspiel, Milan aber die bessere Formkurve. Mit Giménez im Kader steigt die Quote der Buchmacher für einen Titelgewinn von 34 auf 41 Prozent – ein Sprung, der sich in Euro und Emotionen gleichermaßen bemerkbar macht.
Allegri wird nicht lange taktieren. Gegen Lazio droht erneut das Mittelding aus Null-Punkt-Angst und Offensivdrang. Die Lösung könnte ein Joker namens Santiago sein, der endlich wieder Fußball spielt – und nicht nur mit der Mannschaft trainiert.
