Giménez knackt nach 135 tagen pause wieder ein – und milan hofft auf tor-regen

135 Tage nach seiner Sprunggelenks-Operation hat Santiago Giménez beim Trainings-Test gegen Milan Futuro wieder Tore geschossen – und das Milanello spürt die Vorfreude wie einen elektrischen Schlag.

45 Minuten, die das selbstvertrauen zurückbringen

Die Zahlen sind klein, die Wirkung riesig: 45 Minuten Spielzeit, zwei Treffer, null Schmerzen. Der Mexikaner, den Milan für 35 Millionen Euro aus Feyenoord holte, hatte seit Oktober nur mit dem Medizinball und dem Physiotherapeuten gekämpft. Jetzt läuft er wieder zwischen weißen Linien, und sein Instagram-Post „Cada día mejor“ ist kein Motivationsspruch mehr, sondern Arbeitsnachweis.

Die Beobachter notieren: Bewegungsradius ohne Zögern, Drehungen mit Vollgas, Schuss mit dem linken Spann wie aus alten Zeiten. Für Stefano Pioli ist das mehr als ein Testspiel – es ist die Antwort auf die Frage, wer in den letzten acht Serie-A-Spielen die Lücke von 180 Minuten ohne eigenen Treffer schließen soll.

Allegri plant mit giménez als joker gegen neapel

Allegri plant mit giménez als joker gegen neapel

Der Plan steht: Giménez reist morgen nach Neapel, sitzt erstmal auf der Bank, aber mit der Lizenz, sofort einzugreifen. Pioli will ihn nicht über 60 Minuten gehen, aber in der Phase, in der die Partita sich auf 30 Meter Feld zusammenengt, wo der Mexikaner seine Pressing-Intensität und seine Drehungen in engstem Raum entfalten kann. Die Statistik ist gnadenlos: Milan erzielte in den letzten fünf Spielen nur drei Tore, zwei davon per Elfmeter. Giménez‘ letztes Pflichtspieltor liegt 138 Tage zurück.

Die physischen Daten aus dem GPS-Band bestätigen: Sprintwerte bei 31,2 km/h, Herzfrequenz-Spitzen bei 185 – alles im grünen Bereich. Kein Wunder, dass Milanello intern von „Phase 4 plus“ spricht: Komplette Teamlast plus individuelle Reaktionsschulung. Das Ziel ist klar: WM-Form für den Sommer, wenn Mexiko erstmals seit 1986 wieder eine Runde auf heimischem Boden spielt.

Die rechnung geht nur auf, wenn der knöchel mitspielt

Die rechnung geht nur auf, wenn der knöchel mitspielt

Der Medizinstab hat Giménez‘ Sprunggelenk mit einer Carbon-Faser-Schiene stabilisiert, die nur bei maximaler Belastung nachgibt. Die Risiko-Kategorie „Re-Riss“ liegt laut Klub-Interna bei unter acht Prozent – so niedrig wie nie bei einem Milan-Profi nach solcher Verletzung. Dennoch: Die echten Antworten kommen erst, wenn Kalidou Koulibaly oder Gleison Brezza gegen ihn durchstarten.

Milan-Fans haben gelernt, sich nicht zu früh zu freuen – aber sie haben auch gelernt, dass manchmal 45 Minuten reichen, um eine Saison zu retten. Wenn Giménez am Sonntag in der 70. Minute eintritt und in der 85. Minute das 1:0 köpft, wäre das nicht nur ein Tor, sondern die Versprechung, dass die 35 Millionen doch noch Zinsen tragen.