Gigi fresco legt nach 44 jahren den trainerposten nieder – bleibt aber der virtus verona treu
Gigi Fresco hat es getan. Nach 44 Jahren an der Seitenlinie der Virtus Verona zieht sich der 66-Jährige als Cheftrainer zurück – aber nur einen Schritt. Sein Blick bleibt auf dem Platz, seine Stimme im Verein. „Ich bleibe. Die Virtus ist mein Leben“, sagt er, während hinter ihm die Lichter des Centro Sportivo erstrahlen, das seit Jahrzehnten seine zweite Heimat ist.
Der nachfolger heißt chiecchi – und das ist kein zufall
Tommaso Chiecchi, jahrelang sein Assistent, übernimmt sofort. Kein Fremder, kein Interim. Fresco hat ihn formiert, wie ein Bildhauer aus Granit. „Er hat die Energie, die ich langsam verliere“, sagt Fresco, und man hört keinen Ton von Bitterkeit. Die Virtus steht auf Platz 18 der Serie C, 21 Punkte, Abstiegskampf. „Wir brauchen keine Revolution, wir brauchen einen Impuls. Chiecchi ist der Impuls.“
Die Entscheidung fiel am 5. März, kurz nach dem 1:2 in Rimini. Im Kabinengang herrschte Stille, dann das Bekenntnis. Kein Tränenfilm, keine Show. Nur ein Mann, der weiß, dass Klopp recht hatte: „Manchmal muss man anhalten, um weiterzukommen.“

Die justiz, die mutter, das herz
Fresco weist die Frage nach den juristischen Ermittlungen wegen Flüchtlingsunterbringung und Geldwäsche zurück. „Unsinn. Wir haben einfach einen Anspruch abgerufen, mehr nicht.“ Was ihn bewegt, ist seine Mutter, 91, seit Wochen im Krankenbett. „Wenn wir Tabellenmittelfeld wären, stünde ich noch da. Aber so ist es besser für alle.“
Die Fans reagierten mit einem Choreo beim Heimspiel: „Gigi, sempre nostro“ – und das Stadion, 3.500 Seelen, schrie sich heiser. Denn Fresco ist mehr als ein Trainer. Er baute die Virtus aus dem Nichts: 1982 übernahm er eine Amateurtruppe, 2013 und 2018 schaffte er den Aufstieg in die dritte Liga. Kein Investor, kein Sheik, nur ein Mann mit einer Pauschalreise nach Foligno und einem Traum.

Was bleibt, sind geschichten – und ein baggio-song
Sein liebster Erinnerungsfetzen: Roberto Baggio, mit dem er 2004 den Trainerpass machte. „Wir teilten uns ein Zimmer in Coverciano. Er sang Boca-Jungengesänge, ich lernte Bruce Springsteen. Danach war ich Fan beider.“
Fresco wird Geschäftsführer, wird weiter jeden Trainingstag anwesend sein. „Ich schaue nur um die Ecke, statt drauf.“ Und vielleicht steht er im Juli wieder da, wo er aufwuchs: an der Linie, mit der Kappe nach hinten gedreht und der Stimme, die seit 1982 die Virtus dirigiert. Denn 50 Jahre am Stück? „Nie nie sagen“, grinst er. „Ich habe nur Pause, kein Ende gemacht.“
