Gievenbeck: truckenbrod fordert mehr konstanz – witt verlängert

Der 1. FC Gievenbeck bewegt sich im Oberliga Westfalen-Mittelfeld, und das, obwohl die junge Truppe noch einiges an Entwicklungspotenzial besitzt. Nach der Winterpause ließ die Stabilität nach, doch Sportchef Jens Truckenbrod blickt optimistisch in die Zukunft – verbunden mit der klaren Forderung nach mehr Konstanz.

Die achse stimmt, die punkte fehlen

„Uns fehlen wahrscheinlich rund zehn Punkte“, analysiert Truckenbrod unlängst. Eine nüchterne Einschätzung, die sich auf den aktuellen Tabellenstand bezieht. Der FCG steht zwar im sicheren Mittelfeld, doch die fehlende Konstanz kostet Punkte, die für einen Angriff auf die Spitzengruppe benötigt würden. Truckenbrod, der seit Sommer 2025 offiziell im Amt ist, betont, dass die Mannschaft verdient an ihrer Position steht, aber auch weiß, was noch zu tun ist. Die Vorbereitung auf die Saison hatte er bereits im Vorfeld übernommen, als sein Vorgänger, Carsten Becker, den Weg für einen Nachfolger ebnete – eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat.

Junge wilde mit großem potenzial

Junge wilde mit großem potenzial

Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22,9 Jahren gehört der FCG zu den jüngsten Mannschaften der Oberliga. Viele Spieler sammeln hier ihre ersten Erfahrungen auf diesem Niveau. Das spiegelt sich in der Spielweise wider: Phasenweise brillanter Fußball, aber auch Nachlässigkeiten, die auf mangelnde Routine zurückzuführen sind. „Vielleicht haben wir Spiele aufgrund fehlender Erfahrung nicht entschieden“, räumt Truckenbrod ein. Er sieht sein Team zwar im Soll, aber noch nicht am Limit.

Intensives pressing und talente fördern

Intensives pressing und talente fördern

Das Trainerduo Torsten Maas und Steffen Büchter setzt auf ein intensives, riskantes Pressingspiel, das hohe Laufleistungen und Zweikampfstärke erfordert. Der Verbleib beider Trainer ist ein positives Zeichen und unterstreicht die langfristige Ausrichtung des Vereins. Truckenbrod lobt die individuelle Förderung der Spieler, die maßgeblich für die Entwicklung der Mannschaft verantwortlich ist. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verpflichtung und Förderung junger Talente.

Witt bleibt – beil könnte gehen

Witt bleibt – beil könnte gehen

Die Verlängerung von Topscorer Fabian Witt, der in seiner ersten Oberligasaison bereits 14 Tore erzielte und drei Vorlagen beisteuerte, ist ein Coup für den FCG. Trotz lukrativer Angebote aus höheren Ligen entschied sich Witt für einen Verbleib in Gievenbeck – ein Signal für die Attraktivität des Projekts. Sein Zwillingsbruder Jendrik wird ihn im Sommer verstärken. Allerdings zeichnet sich eine Trennung von Niklas Beil ab. Der Kapitän aus dem eigenen Nachwuchs, der sich zu einem erfahrenen und spielintelligenten Abwehrchef entwickelt hat, steht vor dem Absprung.

Perspektiven und herausforderungen

Truckenbrod weiß, dass der Weg in die Regionalliga noch weit ist. „Irgendwann wollen wir eine Etage höher“, sagt er, betont aber, dass dieser Schritt derzeit noch zu groß wäre. Die Infrastruktur müsste erst einmal an Regionalliga-Standard angepasst werden, was erhebliche Investitionen erfordert. Der Verein versteht sich als Plattform für junge Talente, die sich beweisen wollen. „Ich glaube, viele haben einfach Bock auf dieses Projekt“, so Truckenbrod. Neben seinen sportlichen Aufgaben übernimmt er künftig auch zusätzliche Verantwortung in Marketing und Organisation. „Der Umfang wird noch höher“, sagt er, „Ich bin jetzt schon fast täglich am Platz.“

Die Zukunft des 1. FC Gievenbeck hängt von der kontinuierlichen Entwicklung der jungen Spieler und der erfolgreichen Umsetzung der strukturellen Neuausrichtung ab. Die Basis ist solide, die Ideen sind da – nun gilt es, den nächsten Schritt zu gehen. Denn Stillstand ist, wie immer, der schlechteste Feind des Fortschritts.