Gidsel ballert mit 120 toren davon – prandi jagt mit psg im rücken
120 Treffer nach 13 Spielen – das ist keine Statistik, das ist ein Statement. Mathias Gidsel lässt die Champions-League-Torjägerliste der Saison 2025/26 bislang wie seine private Schießbude aussehen und hat den Titel des „Welthandballers“ in jedem Wurf erneut unterschrieben.
Der däne trifft, die konkurrenz schaut
Elohim Prandi schafft mit Paris Saint-Germain zwar 111 Tore, bleibt aber trotz eines Einsatzes mehr neun Treffer hinter dem Füchse-Rechtsaußen. Frederik Bjerre schrammt mit 99 Treffern knapp an der magischen 100-Marke vorbei, während Melvyn Richardson nach 14 Partien für Wisla Plock bei 94 Toren steht.
Die Spitzengruppe verrät eine klare Botschaft: skandinavische und französische Wurfgewalt dominieren Europas Eliteclubwettbewerb. Kein Deutscher, kein Spanier in den Top 5 – das ist ein Novum, das die internationale Verschiebung der Torjägerzirkel dokumentiert.
Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Gidsels 9,23 Treffer pro Spiel kommen bei 63-prozentiger Wurfquote zustande – eine Effizienz, die selbst videoanalysierende Gegnerabteilungen ratlos macht. „Er findet Lücken, bevor sie entstehen“, sagte Kollege Tobias Gröndahl nach dem jüngsten 34:28 in Flensburg, wo Gidsel mit 13 Toren den Sack zuband.

Psg-doppelpack und portugiesische turbo-falken
Paris kann auf zwei Kanonen bauen: Neben Prandi liefert Omar Yahia mit 85 Treffern Konstante aus dem Rückraum. Auch Sporting Lissabons Francisco Costa und Martim Costa (92 bzw. 82 Tore) zeigen, wie sehr der portugiesische Meister seine jugendliche Flügelzange auf Hochglanz poliert.
Barcelonas Linksaußen Aleix Gomez (77) muss dagegen mit weniger Ballaktionen Vorlieb nehmen – ein Luxusproblem des katalanischen Riesen, der seine Tore auf zehn Schultern verteilt. Aalborgs Thomas Arnoldsen (76) und Veszpréms Nedim Remili (74) komplettieren die Top Ten, wobei Letzterer überraschend selten von 7-Meter-Linie zunimmt – ein Indiz für Veszpréms neu erdachte Flügel-Last.
Die 67-tore-gruppe – ein dreikampf um platz 16
Für Rang 16 reichen derzeit exakt 67 Treffer – Filip Glavas (Zagreb), Mads Hoxer (Aalborg) und Füchse-Rückraumshooter Lasse Andersson teilen sich die Position. Anderssons bisher 67 Treffer zeigen, wie stark Berlin auf beiden Außenpositionen brandgefährlich ist – kein Wunder, dass die Alte Försterei aktuell die beste Offensivbilanz der Liga vorweist.
Die EHF-Statistik listet bislang 24 Akteure mit 60 oder mehr Treffern. Die Schwelle steigt Woche für Woche, denn die Angriffsfrequenz der Top-Teams nimmt mit steigendem Kaderwettbewerb zu. Trainer, die früher auf 60 Minuten Dauerbrand setzten, rotieren heute früher – und schonen ihre Torjäger für die Endrunde.
Blick voraus: wann fällt die 200?
Bei Gidsels Tempo wäre Mitte März die 200-Tore-Marke möglich – theoretisch. Praktisch stehen die K.o.-Play-offs vor der Tür, und da sinkt die Einsatzzeit für Stammtorjäger. Dennoch: Fünf Mal in Folge über 30 Treffer in einer CL-Saison schaffte bislang niemand. Gidsel ist drei Spiele davon entfernt, diese Bestmarke zu pulverisieren.
Die Liga schaut also weiter auf Berlin – und auf die Uhr. Denn wenn der Däne so trifft, vergeht die Zeit für Gegner wie im Flug. Die 120 Tore sind kein Endpunkt, sondern eine Ansage: Der Weltmeister will die Krone behalten – und dafür braucht er nur seinen rechten Arm und einen Ball.
