Kiel feuert türck vor nordderby – szilagyi übernimmt allein

Die Zebras ziehen den Stecker, bevor die Lichter angehen. Kurz vor dem zweiten Nordderby binnen vier Tagen hat der THW Kiel Geschäftsführerin Alisa Türck mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die für den Sommer vorgesehene Trennung wurde vorgezogen, wie der Klub am Mittwochabend knapp mitteilte.

Warum jetzt? der verein schweigt

Warum jetzt? der verein schweigt

Gründe nennt der Rekordmeister keine. „Wir werden jetzt den Zeitpunkt des bereits geplanten Neuanfangs vorziehen“, zitiert die dürre Pressemitteilung Aufsichtsratsboss Kai Kruse. Die Formel klingt nach internem Eilmangel, nicht nach strategischem Plan. Türck stand seit Sommer 2023 an der Spitze, jetzt ist Platz für Interims-CEO Viktor Szilagyi, der bis Ende März allein das Ruder übernimmt.

Anja Niemann sollte ohnehin am 1. April einsteigen, diese Frist bleibt. Doch die Verkürzung der Übergangszeit wirft Fragen auf, die mitten in die heißeste Phase der Saison fallen. Am Samstag gastiert die SG Flensburg-Handewitt in der Kieler Sparkassen-Arena, ein Sieg würde die Meister-Playoff-Pläne der Zebras endgültig ad absurdum führen.

Handball-Welt blickt gen Norden: Wenn die Mannschaft auf dem Feld nach Lösungen sucht, muss der Vorstand improvisieren. Szilagyi kennt die internen Abläufe, aber allein die Tatsache, dass ein Interims-Konstrukt während des Endspurts installiert wird, zeigt, wie brisant die Lage intern ist.

Türck selbst äußert sich nicht. Der Dank des Klubs klingt routiniert, die Kündigung aber kommt ohne Vorlauf. Wer jetzt Sponsoren-Termine, Ticketing und Nachwuchsstrukturen stemmen soll, bleibt offen. Die Spieler bekamen die Nachricht erst nach dem Training. Ein Kapitän zuckte mit den Schultern: „Wir konzentrieren uns auf Flensburg, den Rest erledigt der Vorstand.“

Die Konsequenz: Kiel spielt am Samstag nicht nur um Punkte, sondern um Gesicht. Ein Derby-Pleite würde die Turbulenzen der Woche nur noch größer erscheinen lassen. Die Zebras müssen liefern – auf und neben dem Feld.