Gewichtskämpfe in der formel 1: williams und co. im abwehrkampf
Die Formel-1-Saison 2026 hat ein unerwartetes Problem aufgedeckt: Drei Teams, die bisher eher unauffällige Leistungen zeigten, kämpfen mit einem erheblichen Übergewicht. Während andere Teams die neuen Regeln bereits meisterhaft umsetzen, stehen diese vor einer gewaltigen Herausforderung, die sich auf ihre Performance auswirken könnte.
Die fia-regeln und ihre folgen
Die FIA hat die Boliden für 2026 verkleinert (10 Zentimeter Länge und 5 Zentimeter Breite) und die Reifen um 10 Prozent reduziert. Gleichzeitig wurde das Mindestgewicht von 798 kg auf 768 kg gesenkt – ein ambitioniertes Ziel, das sich als schwieriger herausstellte als erwartet. Red Bull benötigte beispielsweise 2022 vier Monate, um das Übergewicht im Vergleich zu Ferrari abzubauen, und Williams brauchte zwei Jahre, um die Waage im alten Reglement zu stimmen. Dabei sind acht Teams bereits unter dem Grenzwert, was die Situation der anderen noch verschärft.
Die Verantwortlichen von Williams gaben offen zu, dass ihre Fahrzeuge derzeit um 26 Kilogramm zu schwer sind – ein Wert, der auf anspruchsvollen Strecken wie Spa, Baku, Silverstone oder Katar fast eine Sekunde kostet. Das Team aus Grove sieht sich nun mit einem intensiven Prozess konfrontiert, um das Gewicht des FW48 bis Miami zu reduzieren und die folgenden Updates in Silverstone (Juli) und nach dem Sommerpause (September) weiter zu nutzen.
Aston Martin und Red Bull stehen vor ähnlichen Problemen, wobei sie jeweils etwa 10 Kilogramm zu viel auf die Kette bringen. Beim AMR26 von Alonso könnte zudem das zusätzliche Gewicht der Vibrationsdämpfer eine Rolle spielen. Es geht dabei nicht nur um das Leistungsdefizit bezüglich der Umdrehungen oder der Rückgewinnung elektrischer Energie. Vielmehr müssen diese Teams bei Honda deutliche Fortschritte erzielen, um wettbewerbsfähig zu werden. Sie liegen derzeit 3,5 Sekunden hinter den führenden Teams und wollen bis zum Sommer eine Verbesserung erreichen, die mit der möglichen neuen Motorenspezifikation aus Sakura zusammenfällt.

Verstappens frust und die hoffnungsträger
Bei Red Bull kommt zum Gewicht noch eine „erratische erste Evolution“ aus Japan hinzu, wie Helmut Marko verriet. Max Verstappen bezeichnete das Auto als „inkonduktibel“. Der RB22 muss in den kommenden Monaten einen enormen Sprung nach vorne machen, um an Ferrari heranzukommen, doch der schlechte Saisonstart mit den verpassten Punkten verschärft die Situation.
Im Gegensatz dazu zeigen Mercedes, Ferrari und vor allem Audi eine beeindruckende Leistung. Der Audi, das erste komplett eigenständige Fahrzeug der Marke (Chassis in Hinwil, Motor in Neuburg), ist ein Meisterwerk und verspricht eine vielversprechende Zukunft. Das Team könnte bereits in zwei Jahren um Podestplätze kämpfen. Diese Teams nutzen den Spielraum, um beispielsweise Platten aus Wolfram im unteren Bereich des Autos zu platzieren, um das Gewichtsverhältnis zu optimieren und so die 768 kg zu erreichen – ein Vorteil in Bezug auf Zeit, Balance und Fahrbarkeit.

Der blick nach miami und die kosten des rennens
In Miami wird sich die Situation für die schwersten Teams ändern, wobei insbesondere die Fahrzeuge von Carlos Sainz und Fernando Alonso die Folgen ihrer Gewichtsprobleme zu spüren bekommen. Der Prozess der Gewichtsreduktion ist langwierig und teuer und bindet erhebliche Ressourcen aus dem Budget von 2026, das auf 205 Millionen Dollar festgelegt ist. Ein Kampf, der nicht nur die Ingenieure, sondern auch das Portemonnaie der Teams belastet.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Übergewicht der Teams ist nicht nur ein technisches Problem, sondern auch ein finanzielles. Es bleibt abzuwarten, ob Williams, Aston Martin und Red Bull ihre Probleme in den kommenden Rennen lösen können, oder ob sie weiter in den Schatten der leistungsstärkeren Konkurrenz stehen werden.
