Gerard zaragoza befeuert panserraikos aus der abstiegszone

Als Gerard Zaragossa Anfang November das Telefon von Präsident Tasos Kazias hörte, stand der Panserraikos mit fünf Zählern aus zehn Spielen auf dem letzten Tabellenplatz der griechischen Super League. Drei Monate später spricht Griechenland über ein „kleines Wunder“ – und der Coach aus dem spanischen San Jaime de Enveija lacht nur müde: „Wir haben einfach die Ruhe behalten, als alle anderen schon abgeschrieben hatten.“

Ein kader voller brandherde und 28 feldspieler

Zaragoza kam zurück, weil Kazias ihm 2022 in der Zweiten Liga vertraute. Nun lag der Klub aus Serres wieder in Trümmern. „28 Feldspieler, interne Grüppchen, kein Tor in den ersten fünf Partien – das war kein Fußball, das war Feuerwehr“, erinnert sich der 41-Jährige. Er löste den entlassenen Cristiano Bacci, strich Egos und etablierte eine 4-2-3-1-Defensivstruktur, die vor allem eins tat: den Gegner erst einmal atmen lassen.

Der Knackpunkt war die Winterpause. „Da haben wir durchgeatmet und zwei Profis geholt, die die Liga kennen: Alex Teixeira, einst Shaktars Spielmacher, und Adrián Riera, der schon Play-out-Duelle für Getafe bestritten hatte.“ Seitdem holte Panserraikos 17 Punkte aus neun Spielen, kassierte nur gegen Olympiacos eine Niederlage und hielt in vier Partien die Null. Die 2:1-Heimsensation gegen Kifisia war der Startschuss, die 0:3-Pleite am letzten Spieltag bei Atromitos nur ein Stolperer auf dem Weg nach oben.

Vom abstiegskandidaten zum rettungskämpfer

Vom abstiegskandidaten zum rettungskämpfer

Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Vor dem 26. Spieltag trennt nur ein Punkt den Vorletzten Asteras Tripolis von den Aufsteigern. „Das rettende Ufer ist zum Greifen nah“, sagt Zaragoza, „aber die letzten fünf Spiele werden ein Krimi.“ Für ihn persönlich ist die Mission mehr als ein Zwischenstopp. Nach Stationen in Georgien, den Emiraten, Katar und Indien wollte er unbedingt zurück nach Europa. „Asien zahlt besser, aber hier schlägt mein Fußball-Herz.“

Die Fans in Serres sprechen bereits vom „Zaragoza-Effekt“. Der Trainer lacht das aus. „Effekt ist, wenn 25 Profis plötzlich bereit sind, für den Nachbarn zu rennen.“ Am Sonntag gastiert Panserraikos bei Panetolikos. Ein Sieg würde die Mannschaft erstmals seit Oktober wieder auf einem Nicht-Abstiegsplatz parken. „Dann haben wir das Schlimmste hinter uns“, sagt Zaragoza und grinst: „Und ich kann endlich wieder über Fußball statt über Psychologie sprechen.“