Chelsea im freien fall: 1,7 milliarden euro für den absturz?

London – Ein Schock geht durch die Premier League: Der FC Chelsea, einst gefürchteter Champion, stürzt ab. Fünf Spiele ohne eigenen Treffer, eine Negativserie, die seit 1912 nicht mehr dagewesen ist. Die Frage, die nun in Fußballkreisen kursiert: Wie konnte es dazu kommen, nachdem ein astronomischer Betrag investiert wurde?

Rosenior entlassen: der zusammenbruch einer ära

Die Entlassung von Liam Rosenior kam nicht überraschend. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage gegen Brighton and Hove Albion war das Aus besiegelt. Seine Worte nach dem Spiel – „Ich bin wie betäubt vor Wut. Hier muss sich dringend etwas ändern. Von Professionalität war keine Spur“ – klangen wie ein Geständnis und ein Abschiedsgruß in einem. Nur 105 Tage leitete der 41-Jährige das Team, bevor er die Segel streichen musste.

Die Bilanz ist erschreckend: Seit der Übernahme durch die BlueCo-Investoren vor knapp vier Jahren wurden 1,7 Milliarden Euro in den Verein gepumpt. 120 neue Spieler kamen, 119 verließen den Verein. Laut transfermarkt.de klafft ein Defizit von 778 Millionen Euro – mehr als jeder andere Verein weltweit. Eine gigantische Geldmenge, die bisher wenig bis gar keine sportlichen Erfolge einbrachte.

Ein kader aus teenagern und launischen stars

Ein kader aus teenagern und launischen stars

Das Problem liegt nicht nur am fehlenden Konzept, sondern auch an einem unausgewogenen Kader. Mit einem Durchschnittsalter von 23,4 Jahren ist Chelsea das jüngste Team der Liga. Doch Jugend und Talent allein reichen nicht, um in der Premier League zu bestehen. Spieler wie Enzo Fernández, der öffentlich über einen Wechsel nach Madrid kokettierte, tragen zusätzlich zum negativen Klima bei.

Die Frage ist, ob die konstant wechselnden Trainer – acht in vier Jahren! – überhaupt eine Chance hatten, aus diesem Flickenteam etwas zu machen.

Mourinho oder fàbregas: wer rettet die blues?

Mourinho oder fàbregas: wer rettet die blues?

Nach Roseniors Abgang übernimmt Calum McFarlane interimsweise das Ruder. Doch wer soll die Mannschaft langfristig führen? Die Gerüchte überschlagen sich: Namen wie Cesc Fàbregas, der aktuell bei Como 1907 unter Vertrag steht, und der erfahrene José Mourinho, der bereits von 2004 bis 2007 und von 2013 bis 2015 Chelsea trainierte, werden in den Medien kursiert. Mourinho, der aktuell bei Benfica Lissabon aktiv ist, könnte die Wende bringen. Aber auch er steht vor einer Mammutaufgabe. Die anstehenden Spiele gegen Nottingham, Liverpool, Tottenham und Sunderland werden entscheidend sein. Versagt Chelsea erneut, droht nicht nur die Champions-League-Qualifikation, sondern auch der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Die Fans an der Stamford Bridge sind desillusioniert. Nach Jahren des Erfolgs und der großen Träume steht Chelsea nun vor dem Nichts. Ob die BlueCo-Investoren aus ihren Fehlern lernen und endlich eine nachhaltige Strategie entwickeln, bleibt abzuwarten. Sonst wird der Absturz der Blues weitergehen – und die 1,7 Milliarden Euro zu einem teuren Fehlkauf werden.