Gasperini platzt der kragen: roma patzt in como – schiri-eklat versetzt champions-league-traum einen dämpfer
Como – Was für ein verfluchter Abend für die Roma. Die Giallorossi verlieren 1:2 beim Aufsteiger, kassieren ihre zehnte Saisonniederlage und rutschen auf Platz sechs – drei Punkte hinter die Champions-League-Ränge. Doch die Tordifferenz ist das kleinste Übel. Im Stadio Sinigaglia entscheidet ein fragwürdiges Rot gegen Wesley das Spiel, und Trainer Gian Piero Gasperini platzt im Anschluss der Kragen.
Die szene, die alles dreht
78. Minute, Stand 1:1. Wesley geht in einen Zweikampf mit Comos Mady Diao, zieht den Fuß zurück, um die Kollision zu vermeiden – doch Schiri Marco Di Bello zückt Rot. Videobeweis? Fehlanzeige. „Er trifft ihn nicht einmal“, donnert Gasperini in der Mixed Zone. „Diese Bilder sind eindeutig. Und es ist nicht das erste Mal, dass Como solche Szenen provoziert.“ Der Coach spielt auf die Taktik an, sich in Luftlöcher zu stürzen – und kriegt dafür freie Fahrt.
Der Brasilianer fällt damit fürs Europa-League-Viertelfinale gegen Leverkusen aus, ein Einsatz in der Liga ist zudem gesperrt. Für die ohnehin dünn besetzte Roma ein Schock. Denn neben Wesley fallen Hermoso und El Shaarawy aus, beide angeschlagen. „Wenn der Gegner frische, teure Joker bringt und wir Teenager auf den Beinen haben, zahlen wir Lehrgeld“, sagt Gasperini mit sichtlichem Frust.

Champions-league-zone entgleitet – europa rückt näher
Vor zwei Wochen schien alles auf Rosen gebettet: Der Sieg gegen Juventus hatte die Roma auf Rang vier katapultiert. Jetzt folgt die Ernüchterung. Die Lücke zu Atalanta beträgt bereits fünf Punkte, das Restprogramm umfasst noch Spiele bei Napoli und Inter. „Wir müssen die Faust in der Tasche ballen und durchbeißen“, fordert Gasperini. „April und Mai werden entscheiden, ob wir ernten, was wir bislang versäumt haben.“
Die Europa League bleibt das kleinere Ziel. Am Donnerstag gastiert die Roma in Leverkusen – ohne Wesley, dafür mit einem Kader, der an den Rand der Belastungsgrenze stößt. „Wir sind noch in zwei Wettbewerben drin, das ist das Positive“, wirft der Coach ein, doch seine Stimme klingt nicht überzeugt. Es ist die Stimme eines Mannes, der weiß: Die Saison droht zu kippen.
Und dann noch diese kleine Nebensache mit Cesc Fàbregas. Der Como-Coach hatte Gasperini nach dem Schlusspfiff einen Handschlag verweigert – und anschließend kritisiert, der Italiener habe sich nicht „wie ein fairer Verlierer“ verhalten. Gasperini kontert trocken: „Ich respektiere den Gegner, aber ich respektiere keine Provokateure. Wer sich im Kreis fallen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst auf dem Boden liegt.“
Die Roma muss nun zuschlagen, ehe die Saison sie erwischt. Sonst wird aus dem Traum von der Königsklasse bittere Realität – und Gasperinis erster Romanjahres kippt in eine Schlammschlacht.
