Bilan trifft auf der sirene – brescia rettet playoff-traum mit herzschlagfinale

Mit einem Dreier in letzter Sekunde verwandelte Miro Bilan die Germani Brescia in einen Herzschlag-Helden und schoss den Meister mit 79:78 in Cremona zurück in die Spur. Die Serie A liefert wieder einmal das, was sie am besten kann: Drama pur.

Die jagd auf platz acht wird zur achterbahn

Während Brescia den Anschluss an die Spitze wahrt, verwandelt sich die Tabellenregion unterhalb der Playoff-Linie in einen Hexenkessel. Reggio Emilia und Varese schoben sich mit ihren dritten Siegen in Serie an Trento vorbei – und plötzlich hat niemand mehr die eigenen Playoff-Tickets in der Tasche.

In Sassari schien die Dinamo nach 30 Minuten bei 71:55 auf der Siegerstraße, doch Jeremiah Paupau traf im letzten Viertel 14 seiner 31 Punkte und schaufelte Reggio Emilia mit einem 27:19-Schlussviertel zum 102:99-Sieg. Fünf Ballverluste der Gastgeber in den letzten zehn Minuten – das ist kein Zufall, sondern ein Beleg für die mentale Stärke der Emilianer.

Varese musste gegen die Kellerkind-Nutribullet Treviso bis zur letzten Minute zittern. Bei 86:86 schlichen sich die Bergsprinter zweimal an den Korb, Renfro verwertete beide Male – 91:86, Spielentschiedung. Sechs Niederlagen in Folge für Treviso, der Abstiegsboden knarzt lauter als je zuvor.

Cantù entzaubert napoli und schreibt abstiegs-grafik neu

Cantù entzaubert napoli und schreibt abstiegs-grafik neu

Die Acqua San Bernardo um Bortolani (17 Punkte) und Neuzugang Fevrier (14 Punkte, 8 Rebounds) schoss Napoli mit 94:77 ab und baute den Vorsprung auf Schlusslicht Treviso auf sechs Zähler aus. Für die Guerriera bedeutet das die fünfte Pleite nacheinander – eine Krise, die Trainer Carlos Dario in Erklärungsnot stürzt.

Die Zahlen sind eindeutig: 43 % Feldwurfquote, 5/17 Dreier, 18 Ballverluste – und das gegen ein Cantù, das seit Wochen mit jugendlicher Energie und unbekümmertem Selbstvertrauen auftrumpft. El Amin stemmte sich mit 21 Punkten gegen die Niederlage, blieb aber auf verlorenem Posten.

Cremona hadert mit der schlussphase, brescia atmet auf

Cremona hadert mit der schlussphase, brescia atmet auf

29 Punkte im ersten Viertel, ein Ndiaye in Bestform – die Vanoli schien auf dem Weg zum Heimsieg. Doch die Germani schlug zurück, weil sie am Brett dominierte (24 offensive Rebounds) und weil Della Valle mit 7 Sekunden auf der Uhr die letzte Aktion eiskalt durchzog. Pick-and-Pop, Bilan raus auf den Dreierpunkt – Netz zappeln, Cremona verstummt.

Für Brescia bedeutet der Sieg nicht nur zwei Punkte, sondern vor allem Selbstvertrauen nach zwei Pleiten. Die Meister sind wieder im Rennen, die Playoff-Tür steht offen – und niemand will in den kommenden Wochen gegen die Leonessa spielen.

Die Tabelle lügt nicht: Zwischen Platz sieben und zwölf liegen nur drei Siege. Mit jedem Buzzer-Beater verschiebt sich das Bild – und die Fans können sich auf einen Endspurt gefasst machen, der selbst der Serie A neue Geschichten schreibt.