Galatasaray fordert geld zurück: noa langs daumen-drama zwischen zwei werbetafeln
Ein Daumen zwischen zwei Banden, ein 0:4 in der Champions League und jetzt ein Schadenersatz-Forderung gegen die UEFA: Galatasaray Istanbul will das Gehalt von Noa Lang erstattet bekommen, weil sich der Niederländer in Liverpool an einer Anfield-Werbetafel ritzte.
Der vorfall, der alles auslöste
26 Minuten war gespielt, als Lang hinter dem Tor die Bande streifte. Die Bewegung wirkt harmlos, doch der Daumen bleibt hängen. Blut, Schock, Auswechslung. Noch in der Nacht operieren die englischen Ärzte, Galatasaray fliegt raus, und am Bosporus brodelt es. „Wir prüfen gerade mit Anwälten, wie wir unseren Schadenersatzanspruch durchsetzen“, sagt Klub-Sekretär Eray Yazgan dem türkischen Sender HT Spor. Die Botschaft ist klar: Zahlt die UEFA nicht, gibt’s Klage.
Die Rechnung ist schnell aufgemacht. Lang verdient geschätzt 3,8 Millionen Euro brutto pro Saison, umgerechnet rund 320 000 Euro pro Monat. Fällt er vier Wochen aus, summiert sich der Schaden für den Klub auf etwa 80 000 Euro – genug, um Anwälte zu mobilisieren. Galatasaray argumentiert, die Banden seien nicht ordnungsgemäß gepolstert gewesen, ein Sicherheitsmangel, der die Verletzung ermöglichte.

Warum die uefa zahlen müsste
Die UEFA haftet für Stadien, die sie für Wettbewerbe freigegeben hat. Banden gehören dazu. Gab es eine Prüfung vor Ort? Ja, aber nur auf Abstand und Stabilität, nicht auf Fingerfalle. Juristen sprechen von einer „versteckten Mängelklausel“. Der Klub muss beweisen, dass die Konstruktion anders als in anderen Stadien gefährlich war. Ein Gutachten ist bereits in Auftrag gegeben.
Noa Lang selbst nimmt’s mit Humor. Auf Instagram postet er ein Foto der eingegipsten Hand, dazu nur: „Shit happens.“ Die Fans feiern ihn dafür, die Klubbosse nicht. Für sie ist der Spaß vorbei, sobald die Payroll leerer wird.

Der präzedenzfall, der niemand braucht
Bisher erstattete die UEFA Schäden nur für Unfälle mit Zuschauern oder bei Spielabbrüchen. Noch nie musste sie für eine Einzelverletzung zahlen, die außerhalb des Feldspiels passierte. Sollte Galatasaray durchkommen, könnte das Schule machen. Klubs würden künftig jede Wunde am Spielfeldrand auf mögliche Mängel untersuchen. Die UEFA winkt ab, will sich aber nicht öffentlich äußern, solange kein offizielles Schreiben eingegangen ist.
Lang fehlt auf jeden Fall im Liga-Duell gegen Fenerbahçe. Die Uhr tickt. Je länger er ausfällt, desto höher die Forderung. Galatasaray hat nichts zu verlieren außer einem Daumen – und vielleicht ein bisschen Geld.
