Gabbias kopfball beendet milanos derby-fluch und startet sieben-spur
Der 22. September 2024, 89. Minute: Ein Kopfball, der San Siro spalten soll. Matteo Gabbia verlängert Reijnders‘ Freistoß, trifft unter der Latte – und beendet mit einem Schlag die längste Derby-Pleitenserie des AC Milan seit 20 Jahren.
Sechs Niederlagen in Folge gegen Inter, sechs blutige Abende, in denen die Nerazzurri die Stadt gehörte. Gabbias Kopfball änderte alles. Was danach folgte, liest sich wie ein Drehbuch aus Hollywood: sieben Derby ohne eine einzige Niederlage, fünf Siege, zwei Remis, ein Supercup und ein Pokalhalbfinale, das Inter die Saison versaute.
Die zahlen sprechen für den verteidiger
Seit dem 22. September 2024 kassierte Milan in 630 Derby-Minuten nur ein Gegentor – und das erst in der Nachspielzeit des letzten Stadtduells. Die xG-Differenz: +4,2. Die Torschussstatistik: 28:11. Die Serie ist keine Laune, sie ist ein System.
Gabbia selbst fehlte am 8. März 2026 – wegen einer Meniskus-OP in London. Milan gewann trotzdem 1:0. Estupiñáns Volley war der einzige Treffer, doch die Null stand. Ohne Gabbia, aber mit seiner DNA: kompakt, aggressiv, unbeirrbar.
Inter? Die einst dominierende Mannschaft wirkte in den letzten sieben Duellen wie ein Schatten. Nur zwei Tore, beide in Unterzahl, keine einzige Führung nach 60 Minuten. Trainer Simone Inzaghi sprach von „mentaler Blockade“. Die Kurve von Curva Nord Nord konterte mit einem Transparent: „7 Derby, 7 Sguardi bassi“ – sieben Mal den Blick gesenkt.

Der umbruch begann mit einem einwurf
Was kaum jemand bemerkte: Sekunden vor Gabbias Tor wechselte Pioli auf Dreierkette. Calabria rückte ins Mittelfeld, Theo Hernández wurde zur offensiven Schleuse. Inter reagierte zu spät, weil Inzaghi noch auf den letzten Wechsel wartete. Ein Detail, das die Partie kippte – und vielleicht die Ära.
Mittlerweile ist Milan Tabellenführer, Inter kämpft um die Champions-League-Ränge. Die Stadt ist rot-schwarz, die Statistiken auch: Milan hat in dieser Phase mehr Punkte aus Stadtduellen geholt als aus allen anderen Spielen zusammen. Die Sieben-Serie bringt 21 Zähler, die Meisterschaft rückt näher.
Am 24. Mai steht das nächste Derby an – das Finale der Coppa Italia. Gabbia wird wieder dabei sein. San Siro wird beben. Und wenn er erneut köpft, könnte die Serie auf acht gehen. Die Inter-Anhänger haben schon einen neuen Spitznamen für ihn: „il sindaco di Milano“ – der Bürgermeister der Stadt.
Die Amtszeit läuft noch.
