Funkel lockt der bundesliga: „ich hab noch bock, aber nur aufs richtige projekt“
Friedhelm Funkel will nicht mehr zum x-ten Mal den brennenden Verein löschen – er wartet auf eine echte Herausforderung. „Ich muss das nicht mehr machen, aber ich hab noch Spaß daran“, sagt der 72-Jährige der Frankfurter Rundschau und liefert damit den nächsten Klubchef eine Kampfansage: Wer anklopft, sollte eine klare Aufstiegs- oder Rettungsvision haben, keine Panik-Taste.
Der köln-job war kein zufall, sondern eine blaupause
Im Mai 2025 schlüpfte Funkel nach der Trennung von Timo Schultz erneut in den Retter-Overall, holte aus den letzten drei Zweitliga-Spielen sieben Punkte und schoss den 1. FC Köln auf Relegationskurs. Der Aufstieg war kein Geschenk, sondern die Folge eines kurzen, harten Gewitters: 3-0 in Kiel, 4-1 gegen Schalke, 2-1 in Darmstadt – drei Spiele, drei Statements. Genau diese Mischung aus Erfahrung und gnadenloser Effizienz will er wiederfinden. „Wenn die Voraussetzungen stimmen, schließe ich nichts aus“, betont er. Gemeint: ein Kader mit Charakter, ein Vorstand mit Nerven und eine Perspektive jenseits des 17. Spieltags.
Deshalb lehnte er im Herbst 2025 den VfL Bochum ab. „Ich habe nicht den Glauben gehabt, dass die Mannschaft stark genug ist, um in der Bundesliga zu bleiben“, sagt er offen. Die Zahlen bestätigen ihn: Bochum stieg mit 21 Punkten als Letzter ab. Funkel spart nicht mit Kritik an jenen Klubs, die erst dann handeln, „wenn der Ofen schon lichterloh brennt“. Seine Devise: „Lieber früh beraten als spät beten.“

Abstiegskampf 2026: heidenheim und wolfsburg auf dem prüfstand
Den Blick auf die aktuelle Tabelle legt er wie ein CT an: Heidenheim als Tabellenletzter hat seiner Einschätzung nach „keinen Stich mehr im Messer“, Wolfsburg liegt vier Punkte hinter den Relegationsplatz und muss gegen Hoffenheim, Leverkusen und Bayern München ran. „Da bleibt nicht viel Raum für Siege“, sagt Funkel trocken. Die Cifra habla por sí sola: Die Wölfe holten aus den ersten 25 Spielen nur 22 Punkte – so wenig wie zuletzt 1977/78, damals ging’s runter in die 2. Liga.
Für den Routinier ist klar: Wer jetzt anruft, muss mehr bieten als ein halbes Jahr Vertrag und ein Hotelzimmer in der Innenstadt. Er will Mitgestalter bleiben, nicht nur Feuerwehrmann. Die Bundesliga sollte aufpassen: Wenn Funkel wieder einsteigt, dann nicht, um mitzuspielen – sondern um zu gewinnen.
