Fünf spieltage, ein pulverfass: euroliga-krimi um heimrecht und final four

Die Euroliga kocht. Fünf Hauptrunden-Runden noch, und zwischen Fenerbahçe (23-10) und Hapoel Tel Aviv (20-12, ein Spiel weniger) liegen bloß drei Siege – aber eine Lawine an Gleichständen, Korbverhältnissen und Angstschweiß. Real Madrid und Valencia Basket hängen mit 21-12 dazwischen, Olympiakos bei 22-12. Dahinter blockieren vier Teams bei 19-14 den Flur: Zalgiris, AS Monaco, Panathinaikos und Barcelona. Das Heimrecht im Viertelfinale ist kein Bonus, es ist ein Ticket zur Final Four. 65 von 80 Teams mit Platz-Vorteil seit 2005 schafften den Sprung – 81,25 %. Das ist kein Vorteil, das ist ein Vorschuss auf die Halbfinale.

Real madrid: die guten, die schlechten und die noch offenen bilanzen

Los Blancos haben sich ein Polster erarbeitet, das größer aussieht als es ist. Klar, sie schlagen Valencia (+4), Monaco (+7) und Barcelona zweimal, liegen gegen Fener (+26) und Olympiakos (+12) vorn. Aber Zalgiris zog ihnen schon ein -1 unter die Nägel, und Panathinaikos schickte sie zweimal mit leeren Händen nach Hause. Das Restprogramm: Anadolu Efes (Do., 20:30), dann drei Auswärts-K.o.'s in Folge – Baskonia, Olympiakos, Fenerbahçe – und ein Schlusspfiff gegen Roter Stern. Wer da nur die beiden Heimspiele gewinnt, kann zusehen, wie andere feiern.

Valencia hat den fener-trumpf, aber madrid brennt

Valencia hat den fener-trumpf, aber madrid brennt

Die Taronja schlagen die Türken (+2) und die Griechen (Sweep), verlieren aber den direkten Vergleich mit Real (-4), leiten gegen Hapoel (-2) und Zalgiris (-2) sowie die Duelle mit Monaco und Barça. Das verbleibende Programm klingt harmlos: Partizan, Virtus, Armani, Panathinaikos – aber alle außer dem Griechischen ist Auswärtstermine. Ein Sieg in Belgrad oder Bologna wäre ein Sechser im Lotto.

Hapoel: ein spiel weniger, aber ein kalender aus stahl

Hapoel: ein spiel weniger, aber ein kalender aus stahl

Die Israelis wären mit einem Sieg sofort Vierter – doch ihre restlichen Gegner heißen Baskonia, Panathinaikos, Fenerbahçe, Olympiakos und zum Schluss Maccabi plus Monaco. Kein Freitagabend-Spiel, sondern ein Fünf-Wochen-Marathon quer durch Europa. Trainer Dimitrios Itoudis weiß: Verlieren sie nur zweimal, kann der Vorsprung im Korbverhältnis nichts mehr retten.

Die Zahlen sind klar: Wer viertes Finish will, muss mindestens drei Siege einfahren und mindestens eine davon fern der heimischen Halle. Die Euroliga ist keine Runde mehr, sie ist ein Roulette-Kessel, der in den letzten fünf Drehungen entscheidet, wer im Mai in Berlin sitzt und wer zuhause bleibt. Madrid und Valencia haben die besten Karten – aber der Stapel brennt.