Füchse jagen löwen in 60 minuten ab – jetzt liegt berlin ganz nah an magdeburg
35:28 – fertig. Die Füchse Berlin haben die Rhein-Neckar Löwen am Sonntagabend in der Max-Schmeling-Halle regelrecht zerlegt und damit dem Spitzenreiter SC Magdeburg endlich Beine gemacht. Es war der achte Sieg in Serie, der die Hauptstädter zumindest für 24 Stunden auf Rang zwei der Handball-Bundesliga katapultiert.
Tim freihöfer trifft neunmal – und trifft den nerv
Der Nationalspieler eröffnete den Schützenfest-Abend bereits nach 93 Sekunden, dann legte er nach, und nach, und nach. Am Ende standen neun Treffer gegen den EM-Helden Jannik Kohlbacher, der für die Gäste zwar acht Mal traf, aber nie die Lücke klatschte. Die lag bei 16:11 zur Pause, wuchs nach dem Seitenwechsel auf 19:12 und schrumpfte kurz auf 24:21 – mehr Krimi war nicht drin.
Was folgte, war ein 6:0-Lauf innerhalb von vier Minuten. Die Löwen liefen plötzlich nur noch hinterher, die Berliner ließen den Ball laufen, als hätten sie Kaffee eingeschenkt. 38:10 Punkte stehen jetzt auf dem Konto – drei weniger als Magdeburg, aber zwei mehr als Flensburg, das allerdings ein Spiel weniger hat. Die Botschaft ist klar: Wer jetzt noch glaubt, die Füchse würden nach der Pokal-Blamage in Kielce einbrechen, hat sich geschnitten.

Der gruppensieg in der champions league rückt näher
Am Mittwoch geht’s nach Aalborg – und das Viertelfinale ist längst sicher. Doch Trainer Nicolej Krickau will mehr: „Wir spielen um den ersten Platz, nicht um’s Weiterkommen.“ Dänemark wird zeigen, ob die Abwehr um Lukas Kneer und Maximilian Janke auch gegen die Skandinavier so kompakt bleibt wie gegen die Löwen, die nur 28 Mal trafen – ihre niedrigste Ausbeute seit November.
Die Rhein-Neckar Löwen hingegen bleiben auf Platz sieben stecken, 26:20 Punkte, zwölf Zähler hinter Berlin. Für die Mannschaft von André Haber wird der Abstand zur Spitze zur Klagemauer. Die Saison ist noch lang, aber die Füchse haben gerade bewiesen: Wer sie jetzt noch einholen will, braucht mehr als nur einen guten Tag.
