Thiemann rettet weltmeister: 91:89 in verlängerung – deutschlands titelverteidigung lebt
Johannes Thiemann flog aus Tokio, spielte 40 Minuten durch und warf 24 Punkte – dann warf er Kroatien aus dem WM-Titeltraum. 91:89 nach Verlängerung, ein Sieg, der in Bonn kaum jemand mehr für möglich hielt.
Ein 15-punkte-rückstand wurde zur achterbahn
Die Zahlen vor dem Spiel waren klar: Verlust bedeutete Tabellenende, vielleicht schon heute Abschied vom Traum Katar 2027. Alex Mumbru musste auf vier NBA-Stars verzichten, setzte stattdessen auf sieben ehemalige oder aktuelle Alba-Berlin-Akteure. Das reichte, um in der ersten Hälfte mitzuhalten, reichte aber nicht, als Mario Hezonja plötzlich alles traf und Kroatien Mitte des dritten Viertels mit 63:48 davonzog.
Was folgte, war kein System, sondern reine Willensleistung. David Krämer traf aus sieben Metern, Jack Kayil eroberte zwei offensive Rebounds in Folge, Louis Olinde versenkte den Buzzer-Beater zum 67:62. Die Halle tobte, doch die Kräfte schwanden. Vier Minuten ohne Korb ließen Deutschland wieder auf 74:62 sinken. Dann kam Krämer zurück, traf den Dreier zum 84:84, 63 Sekunden vor Schluss. Verlängerung. Dort traf wieder Thiemann, Kayil legte nach, und als der letzte kroatische Versuch abprallte, lag Thiemann am Boden – und Deutschland auf Kurs Titelverteidigung.

Gruppensieg ist nun nur noch formsache
Mit dem Erfolg springt Deutschland auf Platz zwei der Quali-Gruppe; ein Sieg gegen Schweden in zwei Wochen reicht für den Gruppensieg. Die Elf besten Europas ziehen direkt ins WM-Turnier ein, Platz eins bis vier sichern sich zusätzlich Heimrecht in der Zwischenrunde. Bundestrainer Mumbru atmete tief durch: „Wir haben gezeigt, dass der Weltmeister nicht nur mit Stars gewinnt, sondern mit Herzen.“
Thiemann wird morgen wieder nach Tokio fliegen, zu seinem Klub SeaHorses Mikawa. Er nimmt 24 Punkte, 12 Rebounds und eine Nation mit, die plötzlich wieder daran glaubt, dass der Titel von Katar 2027 nicht nur ein Abenteuer, sondern eine echte Mission werden könnte.
