Viertelfinale: milano dominiert, scandicci zittert sich durch

Der erste Spieltag der Viertelfinale um den Scudetto der Serie A1 der Frauen hat geliefert, was man sich erhofft hatte: klare Sieger, ein Herzschlagfinale und eine Leistungsshow, die den Volleyballfan nicht kalt lässt. Alle vier Favoriten setzten sich durch – aber nicht alle auf die gleiche Art.

Milano macht kurzen prozess mit vallefoglia

Die Numia Vero Volley Milano ließ Vallefoglia schlicht keine Chance. Ein 3:0 in der Halle, und das mit einer Effizienz, die einem fast schon unwirklich vorkommt. Acht Blocks allein im ersten Satz – das ist kein Zufall, das ist Methode. Paola Egonu und die für mich überraschend starke Lanier teilten sich je 20 Punkte. Lanier griff 17 Mal an – ohne einen einzigen Fehler, ohne einen einzigen Block kassiert. Das ist nicht Volleyball, das ist Chirurgie.

Conegliano lässt einen satz liegen – und das war's dann auch

Bei der Prosecco Doc Imoco Conegliano war es Haak, die das Spiel an sich riss. 35 Punkte, 62 Prozent Angriffsquote, MVP-Auszeichnung – mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen. Dazu Zhu Ting mit 20 Punkten, von Wolosz mustergültig bedient. Dass Busto Arsizio einen Satz gewann, war eine kurze Störung im Programm, nicht mehr. Die 17 Eigenfehler von Conegliano deuten darauf hin, dass da noch Luft nach oben ist – aber bei dieser Angriffspower interessiert das die Gegner wenig.

Novara und das piemonteser derby gegen chieri

Ein 3:1 für Igor Gorgonzola Novara gegen Chieri – auf dem Papier eindeutig, im Spielverlauf etwas holpriger. Zwei Sätze liefen wie am Schnürchen, dann kam der dritte, und Chieri fand plötzlich ihr Spiel. Doch Tatiana Tolok war an diesem Abend nicht zu stoppen: 29 Punkte bei 68 Prozent Angriffseffizienz. Alsmeier (15) und Ishikawa (10) stützten das Gerüst. Bonifacio wurde zur MVP des Spiels gekürt – und das zu Recht.

Scandicci überlebt – aber nur knapp

Das härteste Stück Arbeit lieferte sich Savino del Bene Scandicci gegen Bergamo. Ohne Skinner, ohne Ognjenovic – die Serbin laboriert an einem Handproblem – war der Angriff der Toskanerinnen ein Auf und Ab. Bergamo führte sogar 7:9 im Tiebreak. Sieben zu neun. Dann kamen Franklin (24 Punkte) und Antropova und drehten das Ding. Gaspari fand die richtigen Knöpfe, Bosetti wurde MVP. Aber das war kein Sieg, der Sicherheit ausstrahlt – das war ein Überleben auf Bewährung.

Die termine für spiel 2

Am Mittwoch, 4. März, geht es weiter: Chieri empfängt Novara, Busto Arsizio trifft auf Conegliano, und Vallefoglia muss wieder gegen Milano ran – jeweils ab 20 Uhr. Am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr spielt Bergamo zu Hause gegen Scandicci. Ein mögliches drittes Spiel würde dann am Wochenende stattfinden.

Scandicci hat gewarnt bekommen. Alle anderen wissen, wo sie stehen. Die Botschaft des ersten Spieltags ist unmissverständlich: Milano und Conegliano spielen in einer anderen Liga – der Rest kämpft um den dritten Stuhl auf dem Podest.