Füchse jagen 45 treffer: berlin stößt in die rekordzone vor

Die Füchse Berlin haben am Sonntagabend die Anzeigetafel zum Glühen gebracht: 45 Treffer gegen den HC Erlangen – ein Wert, der den Klubrekund einstellt und die Hauptstädter sofort in die ewige Bestenliste der Handball-Bundesligakatapultiert. Die Zahl 45 reicht für Platz fünf im Allzeitranking, teilt sich mit fünf weiteren Spielen, darunter zwei Auftritten des Rekordmeisters THW Kiel. Die Frage, die Fans seit gestern umtreibt: Wer schaffte je mehr?

Thw kiel dominiert das treffer-universum

Die Antwort lautet: nur der THW Kiel. Am 20. Dezember 2005 demolierte der Verein aus der Landeshauptstadt den SC Magdeburg mit 54:34. 88 Tore Gesamt – bis heute unerreicht. Rang zwei und drei folgen ebenfalls den Zebras, ehe sich Flensburg die Bronzemedaille teilt. Die Kieler sind insgesamt acht Mal in den Top 20 vertreten, ein Monopol, das selbst Basketball-München oder Fußball-Bayern sich nicht erlaben.

Für die Füchse ist der Sprung unter die Fünf-Besten kein Zufall. Erst in der vergangenen Saison jagten sie 45 Mal das Netz des VfL Gummersbach. Nun wiederholte sich das Spektakel – mit derselben Kaltschnäuzigkeit. Erlangen kam nicht unter die 30-Tore-Marke, Berlin schraubte die Quote auf 70 Prozent. Das ist keine Offensive, das ist ein Statement.

Warum 45 tore heute anders zählen als 2005

Warum 45 tore heute anders zählen als 2005

Die Liga ist schneller geworden, die Abwehrsysteme komplexer, die Videobeweise genauer. Trotzdem fliegen aktuell mehr Bälle ins Tor als vor 20 Jahren. Der Grund: siebenminütige Zeitstrafen, Angriffsgrenze 24 Sekunden, tieferes Kaderrotieren. „Wir haben die Fitness, die Geschwindigkeit und die Bank, um jeden Gegner zu überrennen“, sagte Füchse-Coach Jaron Siewert nach dem Spiel. Sein THW-Kollege Filip Jícha pflichtet bei: „Je öfter wir wechseln, desto frischer bleibt der Wurfarm.“

Die Folge: Rekorde fallen fast zur Routine. Seit 2020 wurden fünf der 20 treffersichersten Spiele der Geschichte gespielt. Die Tabelle oben wird jedes Jahr neu beschrieben – und trotzdem bleibt 54:34 vom Dezember 2005 eine Ewigkeitsmarke. Kein Club kam je auf 55 Treffer. Berlin blieb bei 45 stehen, weil die Uhr ablief, nicht weil die Kreativität versiegte.

THW Kiel führt also weiterhin das Ranking an – mit einem Vorsprung, der größer wirkt als je zuvor. Die Füchse haben sich in die Top-Five eingekauft, doch Platz eins bleibt Makulatur. Fraglich ist nur, wie lange. Denn wenn Berlin zweimal 45 schafft, sind 50 nur eine Frage der Zeit. Die Liga hat neue Maßstäbe. Der Rekord von 2005 lebt – aber er atmet schwer.