Füchse berlin platzen in die usa-reise – veranstalter kippt las-vegas-turnier ohne rücksprache

Die Koffer waren noch nicht gepackt, da flatterte schon die Absage herein. Die Füchse Berlin dürfen im August nicht nach Las Vegas fliegen – und das, obwohl sie bereits zugesagt hatten. Initiator Mads Winther hat sein eigenes Turnier kurzerhand nach Europa verlegt, ohne die vier Topklubs vorab zu informieren.

Die Reaktion aus Berlin fällt unmissverständlich aus: „Mit uns hat gar keiner gesprochen“, wettert Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse, am Telefon aus Italien, wo er gerade mit der Nationalmannschaft unterwegs ist. „Wir sprechen hier mit einer Stimme und mit einer Sprache aller vier Vereine. Das ist die Meinung aller beteiligten Klubs.“

Winthers begründung: politisches risiko in den usa

Der dänische Veranstalter begründet den Schwenk mit dem „derzeit unvorhersehbaren politischen Umfeld“ zwischen den USA und Europa. Die erste Auflage von „Pro Handball USA“ soll nun statt in der Wüste von Nevada irgendwo auf dem alten Kontinent stattfinden. Die Entscheidung fiel laut Winther nach einem „sehr engen Dialog“ – nur: mit wem genau, bleibt offen. Die Vereine erfuhren es am Samstag aus der Pressemitteilung.

Hanning kocht. Er habe dem Veranstalter mehrere Fragen geschickt, etwa zu Versicherungsleistungen, Visumsvorschriften und TV-Rechten. „Die haben wir noch nicht bekommen. Die vier Teams haben dem Turnier zugesagt, weil wir in Amerika spielen wollten, und nicht, um es in Europa zu spielen.“

Die Clubs haben Winther nun ein Ultimatum gesetzt: Eine Woche Zeit bleibt ihm, um die offenen Fragen schriftlich zu beantworten. Sonst ist die Teilnahme vom Tisch. „Wir warten jetzt, was passiert“, so Hanning.

Handball-ausflug wird zum prestige-debakel

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Winthers ursprüngliche Idee klang groß: HBC Nantes, Aalborg Håndbold, Pick Szeged und die Füchse Berlin sollten in Las Vegas ein olympisches Vorbad für 2028 nehmen. Die Sportart außerhalb Europas bekannt machen, neue Märkte erschließen, vor allem aber: sich selbst als Wegbereiter feiern. Stattdessen droht dem Projekt nun ein unrühmliches Aus.

Die Spieler hatten sich schon auf Neon-Lichter und Casinos gefreut. Clubs hatten Sponsorenpakete kalkuliert, Flug und Hotels blockiert. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. „Wenn wir in Europa spielen, können wir auch ein normales Vorbereitungsturnier organisieren“, sagt Hanning. „Dafür brauchen wir keinen US-Impresario.“

Die Füchse stehen vor der Qual der Wahl: Mitmachen und das Prinzip vertreten, dass man sich beliebig umdrehen lässt – oder aussteigen und möglicherweise Schadenersatzforderungen riskieren. Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen. Eines ist sicher: Das Vertrauen in Winthers „Amerika verdient Handball“ ist dahin. Und die Koffer bleiben vorerst im Keller.